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Rebellion Der Lebenden Leichen

(Spanien 1973)

Originaltitel: Rebelión De Las Muertas, La
Alternativtitel: Blutrausch Der Zombies
Regie:
Leon Klimovsky
Darsteller/Sprecher: Paul Naschy, Rommy, Mirta Miller, Kala, Maria Kosty, Aurora De Alba, Luis Ciges, Pierre Besari, Montserrat Julió, Vic Winner,
Genre: - Horror/Splatter/Mystery


Im Umfeld eines indischen Sekten-Gurus geschehen grausame Morde…

Puh, die ausführliche Inhaltsangabe gibt die Story von „Rebellion Der Lebenden Leichen“ (in Deutschland auch bekannt unter dem im Zuge der Früh-80er-Zombiewelle neuen Titel „Blutrausch Der Zombies“) nur rudimentär wieder. Genau genommen gibt es gar keine nachvollziehbare Story, sondern der Film ist im Grunde nur eine nicht unbedingt immer sinnvolle Aneinanderreihung von Szenen mit komplett chargierenden Darstellern.

Spaniens Horror-Star Paul Naschy war Anfang der 70er Jahre auf dem Höhepunkt seines Erfolges und gut beschäftigt. Hier hat er das Drehbuch des von Leon Klimovsky inszenierten Films verfasst und für sich selbst erstmal ganze drei Rollen hineingeschrieben. Wenn man dem beiliegenden Booklet glauben darf, hat Naschy später angegeben, dass das Skript vermutlich unter dem Einfluss von Drogen oder Alkohol entstanden ist. Er konnte das, was letztlich den Weg auf die Leinwand fand wohl selber nicht mehr komplett nachvollziehen.

Nach dem großen Erfolg von George A. Romeros „Night Of The Living Dead“ und dem Abflauen der Hammer Films-Gothic-Horror-Welle fanden so langsam Zombies den Weg auf die Leinwände. Daran wollte auch Naschy seinen Anteil haben und schusterte ein Drehbuch um einen indischen Guru zusammen, dessen böser Bruder lebende Tote und einen gialloartigen maskierten Mörder präsentiert (noch so ein Genre, das damals seine Blüte erlebte).

Die Zombies wirken allerdings eher wie Vampire und fressen die getöteten Menschen nicht auf. Nebenbei bemerkt, sind es ausschließlich Frauen und lächeln können sie auch, was unfreiwillig komisch wirkt. Überhaupt nimmt der Film sich selbst furchtbar ernst, was allerdings durch zahlreiche Regie- und Anschlussfehler torpediert wird. Da blinzelt ein gerade getöteter auch noch mal in die Kamera oder Nummernschilder von Autos ändern sich innerhalb eines Schnittes. Das alles macht „Rebellion Der Lebenden Leichen“ zu echtem, also nicht gewolltem Trash.

Das wiederum macht den Film durchaus unterhaltsam, wenn man entweder Paul Naschy-Fan ist oder dem spanischen Horror der 70er Jahre grundsätzlich etwas abgewinnen kann und beispielsweise auch Amando de Ossorios „The Loreley´s Grasp“ für eine sehenswerte filmische Wundertüte voller unglaublicher Drehbuch- und Regieeinfälle hält. Ernstnehmen oder das Wirrwarr gar für einen guten Film halten kann man das alles natürlich nicht, der Kuriositätsfaktor ist allerdings hoch. Dazu tragen auch diverse Masken bei, so bei Paul Naschy als Teufel in einer Traumsequenz – aber warum trägt der Teufel eine Art Erwachsenen-Windel? – oder als böser Inder mit offenbar einem Hautproblem im Gesicht.

Optisch bietet der Film nicht besonders viel, umso überraschender ist dann plötzlich eine sehr gelungene Szene in einem Schlachthaus-Kühlraum voller Tierhälften, an der einfach alles stimmt. Wirkt fast wie aus einem anderen Film. Sehr gelungen, wegen der musikalischen Vertonung, ist auch die Sterbeszene der Zombiefrauen.

Die Splatterfreaks bekommen ein paar recht blutige Szenen geboten, inklusive einer Enthauptungsszene, die den Film allerdings ebenso wenig retten, wie ein paar nackte Tatsachen bei den durchweg hübschen Darstellerinnen. Man muss den Film wohl einfach als liebenswerte Obskurität in die Sammlung einreihen, die allerdings trotz des Trashgehalts nicht unbedingt als Partyfilm taugt, weil immer wieder lange Zeit wenig passiert. Paul Naschy wusste wohl sehr genau, warum er später angegeben hat, das Drehbuch nicht bei klarem Bewusstsein verfasst zu haben. Ein schönes Beispiel dafür ist am Ende mal wieder eine Szene, die völlig unlogisch ist. Die Polizei kommt zum Finale, ruft „Hände hoch“ und schießt im gleichen Moment und fährt dann einfach weg (seltsamerweise mit Blaulicht und Sirene, obwohl der Einsatz ja vorbei ist), obwohl in dem Haus jede Menge Leichen liegen. Keine Spurensicherung oder ähnliches.

Auch so bizarre Filme verdienen eine ordentliche Aufarbeitung, denn sie sind vermutlich mit viel filmischem Herzblut (und natürlich einer ordentlichen Portion kommerzieller Interessen) entstanden. Subkultur Entertainment bringt „Rebellion Der Lebenden Leichen“ im Rahmen der „Paul Naschy – Legacy Of A Wolfman“-Collection als siebten Film in der auf 10 Filme angelegten Reihe heraus. Da der Film im Jahre 2010 nach 38 Jahren (!) in Deutschland beschlagnahmt wurde, kommt die Box in Zusammenarbeit mit Illusions Unlimited über Österreich. Die Amaray-Hülle im Pappschuber enthält identisch ausgestattete Blu Ray und DVD. Zu sehen gibt es die restaurierte Fassung im originalen 4:3-Format, wobei die Bildqualität ziemlich gut ist. Verschmutzungen und Beschädigungen wurden erfolgreich eliminiert, das Filmkorn aber beibehalten. Wahlweise kann man die gleiche Fassung auch in der alten deutschen 1,66:1-Kinoversion ansehen. Als Bonus findet sich auch noch die deutsche Fassung mit der alternativen Synchronfassung der „Blutrausch Der Zombies“-Wiederaufführung. Beim Ton muss man ein paar Abstriche machen, der Film ist eben runde 45 Jahre alt. Deutsch und Spanisch gibt es zu hören, dazu wahlweise deutsche Untertitel.

Wie üblich ist die Amaray-Hülle, die im für die Box einheitlichen gestalteten Pappschuber steckt, mit einem sehr schönen umlaufenden Postermotiv geschmückt. Das Bonusmaterial ist solide. Viel mehr dürfte es hier auch nicht geben. Neben diversen Trailern und der bereits erwähnten Filmfassung mit alternativer Synchro, gibt es eine alternative Titelsequenz und ein paar Szenen der spanischen Fassung, wo, wie zu der Zeit üblich, die internationalen Nacktszenen mit mehr Stoff gefilmt werden mussten. Das 20seitige Booklet enthält wie immer sehr interessante Hintergrundinformationen. Fehlen tut eigentlich nur eine Bildergalerie – international gab es zu dem Film jede Menge Werbematerial – und ein launiger Audiokommentar. Etwas Besonderes, das die Veröffentlichung von der Masse abhebt, gibt es dann aber doch noch: von der auf 1250 Exemplare limitierten Auflage gab es 200 Stück mit einem extra angefertigten 1000teiligen Puzzle, das das „Blutrausch Der Zombies“-Postermotiv zeigte. Paul Naschy-Hardcore-Fans dürften in Verzückung geraten. (A.P.)



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