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Gespenster-Krimi (Contendo Media) - Episodenführer Folge 01-10

(BRD ab2015)

Originaltitel: Gespenster-Krimi (Contendo Media) - Episodenführer Folge 01-10
Alternativtitel:
Regie:
Christoph Piasecki, Patrick Holtheuer
Darsteller/Sprecher: Jürgen Holdorf, Christine Pappert, Uve Teschner, Volker Brandt, Tobias Kluckert, Jürgen Thormann, Helmut Krauss, Christian Rudolf, Daniel Faust, Peter Weis, Max von der Groeben, Nina Mölleken, Jannik Endemann, Ulrike Hübschmann, Elga Schütz, Andreas Conrad, Detlef Tams, Andi Krösing, Tobias Schmidt, Lea Kiernan, Aaron Lüß, Philipp Draeger, Rainer Schmitt, Katrin Heß, Lutz Mackensy, Jens Wendland, Douglas Welbat, Dagmar Bittner, Asad Schwarz, Yvonne Greitzke, Sylvie Nogler, Tino Kießling, Daniela Hoffmann, Traudel Sperber, Christoph Walter, Tim Knauer, Reent Reins, Eva Michaelis, Norbert Langer, Erik Schäffler, Martin May, Christian Stark, Martin Kautz, Sascha Rotermund, Merete Brettschneider, Tammo Kaulbarsch, Simona Pahl, Gabi Libbach, Patrick Holtheuer, Christoph Piasecki, Bodo Wolf, Rita Engelmann, Jaron Löwenberg, Uschi Hugo, Tanja Dohse, Uta Dänekamp, Rainer Fritzsche, Daniel Wandelt, Louis F. Thiele, Yvonne Greitzke, Nils Kreutinger, Hartmut Neugebauer, Hanno Friedrich, Pat Murphy, Till Hagen, Viktor Neumann, Michael-Che Koch, Santiago Ziesmer, Frank Felicetti, Annina Braunmiller-Jest, Konrad Bösherz, Tobias Lelle, Michael Pan, Arianne Borbach, Mark bremer, Wolfgang Bahro, Andre Beyer,
Genre: - Horror/Splatter/Mystery - Horspiel/Hörbuch


Bereits im Jahre 2004 hatte das Label Lübbe Audio versucht, die beinahe legendären Heftromane der 70er Jahre Serie „Gespenster-Krimi“ als Hörspielreihe auf den Markt zu bringen. Es blieb trotz des damaligen Hörspielbooms bei wenigen Folgen, bevor die Serie wieder eingestellt wurde. 2015 hat nun das kleine Label Contendo Media in Zusammenarbeit mit Audionarchie einen neuen Versuch gestartet. Dabei werden nicht nur alte Vorlagen vertont, sondern auch neue Originalstorys. Dabei hält man sich bei der Produktion an die bewährten Vorbilder der erfolgreichen Serien „Team Undercover“ und „Mord In Serie“, was bedeutet, dass man soundtechnisch einwandfrei produzierte Hörspiele geboten bekommt, die dabei aber nicht übertrieben modern-bombastisch klingen, sondern im positiven Sinne „altmodisch“. Bei den Geräuschen und Musiken bewegt man sich aber natürlich auf dem aktuellen Stand der Technik. Die Sprecherschar ist eine Mischung aus bekannten Stimmen in den Hauptrollen und meist talentierten Neulingen in den kleineren Rollen. Das funktioniert gut und im Grunde ist das der richtige Weg, neue Sprecher behutsam aufzubauen. Die Covergestaltung lehnt sich deutlich an die frühere Lübbe Audio-Serie und natürlich die Heftromane an und das Booklet enthält - neben Eigenwerbung für die anderen Serien des Labels - meist noch ein paar Zusatzinformationen, wie Interviews mit den Autoren oder den Produzenten.

Die Storys sind natürlich alles andere als anspruchsvoll. Es sind halt Heftroman-Vertonungen, aber das ist ja gerade das, was man erwartet und erhofft.

Sicher ist „Gespenster-Krimi“ nicht bahnbrechend oder gar neu, aber es wird solide Gruselunterhaltung abgeliefert, die vergleichbar mit Serien wie „Die Psi-Akten“ oder „Geister-Schocker“ ist. Nicht mehr, aber eben auch nicht weniger und in Zeiten, wo viele Serien, gerade von den großen Labels, versuchen, komplexe, scheinbar tiefsinnige Reihen mit übergeordneten Handlungsbögen - was die Bindung der Hörer erhöhen soll und von modernen Fernsehserien abgeguckt ist - auf dem Markt zu etablieren, sehr sympathisch. Ganz einfach Gruselspaß für zwischendurch. Einziger kleiner Kritikpunkt ist vielleicht, dass manche Folge deutlich zu lang sind - bis zu über 80 Minuten.


Folge 01 - MÖRDERBÄUME - Contendo Media/Audionarchie - CD - 2015 - ISBN 978-3-945757-01-7

Im so genannten „Geisterwald“ in den schottischen Highlands verschwinden immer wieder Touristen und andere Reisende spurlos. Als der Bruder von Vera Lorrimer ebenfalls nicht von einer Reise zurückkehrt, beginnt sie Nachforschungen anzustellen und stößt in der Gegend um den Wald herum auf eine Mauer des Schweigens. Offenbar haben alle Bewohner vor etwas Angst, etwas sehr altem...

Interessante Geschichte, in der es Bezüge von den alten Kelten und das mittelalterliche England gibt, fast schon eine Art „Parallelwelt“-Story. Insgesamt aber deutlich zu lang, was hier und da auf Kosten des Tempos geht. Thematisch aber wirklich mal was anderes und auch recht spannend.

Buch: Markus Topf nach einer Roman von Earl Warren


Folge 02 - TEUFELSTOCHTER - Contendo Media/Audionarchie - CD - 2015 - ISBN 978-3-945757-02-4

Bei der Räumung eines illegalen „Zigeuner“lagers finden die Polizeibeamten in einem verschlossenen Wohnwagen eine verwahrloste Frau, die trotz merkwürdiger Warnungen der Bewohner ins Krankenhaus gebracht wird. Als eine Krankenschwester - Anna, die Tochter des Bürgermeisters, der die Räumung veranlasst hat - von der alten Frau gebissen wird und diese sich daraufhin überraschend schnell erholt, geschehen in der kleinen Stadt merkwürdige Dinge. Anna verändert sich immer mehr und aus der eigentlich braven jungen Krankenschwester wird eine rebellische Frau, mit der man sich besser nicht einlässt. Ist an dem Fluch, den die „Zigeuner“ ausgesprochen hatten vielleicht etwas dran? Hat der Teufel selbst seine Finger im Spiel?

Ein Fluch, dämonische Besessenheit, Splatter, Rassismus/Vorurteile (die Sinti und Roma werden von den unsympathischen Bürgern durchweg „Zigeuner“ genannt) und eine Menge obszöne, sexualisierte Sprache machen „Teufelstochter“ zu einem eher ungewöhnlichen Grusel-Hörspiel, das aber gerade deswegen mal was anderes ist. Im Grunde wartet man ständig darauf, dass plötzlich „John Sinclair“ in der Stadt auftaucht und die Ermittlungen übernimmt. Das passiert natürlich nicht, aber der Gedanke zeigt, dass die Story an sich tatsächlich aus der Serie um den bekanntesten Geisterjäger stammen könnte. Bei den Sprechern stechen die Altstars Lutz Mackensy (als herrlich unsympathischer Kleinstadtbürgermeister) und Jürgen Thormann hervor, während Katrin Heß in der Titelrolle etwas übertrieben agiert.

Buch: Markus Topf


Folge 03 - HOLLYWOOD-HORROR - Contendo Media/Audionarchie - CD - 2015 - ISBN 978-3-945757-05-5

In den 50er Jahren hat in den Hollywood Hills ein grausamer Serienmörder sein Unwesen getrieben, bis er schließlich gefasst wurde. In heutiger Zeit soll ein Film über den Killer Gordon Gloom gedreht werden mit dem Schauspieler Ryan Swann in der Hauptrolle. Als am Set furchbare Morde geschehen, wird vermutet, dass Swann seine Rolle etwas zu ernst genommen hat und er muss fliehen, um nach dem wahren Mörder zu suchen. Oder handelt es sich um den Geist des Killers aus der Vergangenheit?

Die hier vertonte Romanvorlage von Earl Warren wirkt wie ein typisches B-Movie für die Autokinos der 60er Jahre, wurde aber natürlich für die Vertonung in einigen Punkten den modernen Zeiten angepasst. Ansonsten gibt es aber wieder einmal eine lupenreine Groschenromanvertonung zu hören, die einerseits recht atmosphärisch daher kommt, auf der anderen Seite aber auch thematisch frisch wirkt. In ähnlicher Form, natürlich ohne die übernatürlichen Elemente und die blutigen Szenen, wäre das sogar eine nette Story für „Die 3 ???“. Wieder mal ein bisschen zu sehr in die Länge gezogen, aber sonst ein unterhaltsames Grusel-Hörspiel.

Buch: Markus Topf nach einem Roman von Earl Warren


Folge 04 - DER PRÄPARATOR - Contendo Media/Audionarchie - CD - 2015 - ISBN 978-3-945757-13-0

Eine Gruppe eher erfolgloser Schauspieler reist in einem Bus zu einem Casting in einem abgelegenen Schloss, zu dem sie überraschend eingeladen wurden. Nachdem sie alle ihre Mobiltelefone abgeben müssen, besteht keine Verbindung mehr zur Außenwelt...was einem furchbaren Mörder, genannt „Der Präparator“ mehr als nur entgegen kommt. Die Gruppe befindet sich in einer Falle, aus der es scheinbar kein Entkommen gibt...

Wieder einmal eine Originalgeschichte...leider eine eher mäßig gute. Autor Markus Duschek orientiert sich an modernen Horrorfilmen wie „The Collector“ oder „Saw“ und will gleichzeitig die moderne TV-Welt der privaten Fernsehsender auf die Schippe nehmen. Leider gelingt beides nicht besonders gut. Die Härte und Düsternis der filmischen Vorbilder wird nicht erreicht und die plumpen Albernheiten des TV-Geschäfts sollen eine selbstironische Metaebene liefern, die aber nicht funktioniert, weil es einfach viel zu billig umgesetzt wird. Anspielungen auf andere Contendo Media-Serien wie „Mord In Serie“ oder „Mind Napping“ möchten selbstreferenziell erscheinen, , kommen hier aber nur trashig rüber. Zudem ist das Hörspiel mit über 70 Minuten viel zu lang geraten und viel zu geschwätzig, vor allem in der ersten Hälfte. Die Dialoge wollen witzig-trashig die Billig-Fernseh-Welt auf die Schippe nehmen, doch gewollter Trash klappt eben nicht und so wird das Hörspiel selbst zu Billig-“TV“, was aber nicht lustig ist. So gesehen klappt das mit der Meta-Ebene dann doch, aber nicht in der gewünschten Richtung, sondern in dem „Der Präparator“ zu dem wird, was das Hörspiel eigentlich parodieren wollte.

Buch: Markus Duschek


Folge 05 - DAS LEBENDE GEMÄLDE - Contendo Media/Audionarchie - CD - 2015 - ISBN 978-3-945757-14-7

Mark Saxon und seine Verlobte Paola De Simone bringen ihrem Vater Umberto De Simone das letzte Bild eines bekannten Malers mit. Dieses ist so furchbar, dass es eigentlich niemand sehen sollte, doch der alte Mann will das Kunstwerk unbedingt behalten. Kurz darauf stirbt er überraschend in der Nacht. Paola glaubt, dass der plötzliche Tod mit dem Bild zu tun hat. Obwohl das Gemälde weggebracht werden soll, gibt es weitere Todesfälle. Liegt etwa ein Fluch darauf?

Folge 5 der „Gespenster-Krimis“ erzählt eine Story, die klassischer nicht sein könnte. Gothic-Horror, Geistergeschichte, Rache aus dem Reich der Toten, ein verfluchtes Bild, ein bisschen Splatter...all das sind eigentlich perfekte Zutaten für gruselige Unterhaltung. Ganz offensichtlich orientierten sich die Produzenten an der erfolgreichen „Grusel-Kabinett“-Serie, von der Umsetzung her wirkt es eher wie die alten Tonstudio Braun-„John Sinclair“-Hörspiele - na ja, schon soundmäßig fetter und weniger trashig, aber man mag sie ja. Bekannte Sprecher, gute Soundkulisse, und trotzdem will es nicht so richtig zünden, was zwei Gründe hat: zum einen ist vor allem die erste Hälfte sehr geschwätzig und das ganze Hörspiel ist mit über 70 Minuten viel zu lang geworden. Zum anderen, und das ist der Todesstoß für ein Horror-Hörspiel, ist es nicht gruselig. Wenn man es abends im Bett hört, fällt das Einschlafen nicht schwer, man zieht sich nie die Bettdecke bis zum Kinn hoch. Hier hätte ordentlich gestrafft werden müssen. Diese Umsetzung hat der gute Earl Warren für seinen Roman nicht verdient. Nach guten ersten drei Folgen, sind die letzten beiden deutlich schwächer. Bleibt abzuwarten, in welcher Richtung sich die Serie einpendelt.

Buch: Markus Duschek nach einem Roman von Earl Warren



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