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Escalation

(Italien 1968)

Originaltitel: Escalation
Alternativtitel:
Regie:
Roberto Faenza
Darsteller/Sprecher: Claudine Auger, Lino Capolicchio, Gabriele Ferzetti, Didi Perego, leopoldo Trieste, Paola Corinti, Dada Gallotti, Harold M. Null, Jacqueline Perrier, Michele Riccardini,
Genre: - Drama


Der junge Luca soll nach dem Willen seines Vaters Ende der 60er Jahre in das erfolgreiche Familienunternehmen einsteigen und die Industriellen-Dynastie fortführen. Luca jedoch hängt lieber seinen Träumen bei den Hippies in London hinterher und kehrt nur widerwillig nach Italien zurück, wo er weiterhin gegen die bürgerliche Karriere revoltiert. Sein Vater und seine Schwester beauftragen die Psychologin Carla Maria, ihren Sohn „umzudrehen“ und einen soliden Geschäftsmann aus ihm zu machen. Sie setzt dabei erfolgreich ihre weiblichen Reize ein. Doch als Luca irgendwann erfährt, welches Spiel mit ihm gespielt wird, dreht er den Spieß um und die Lage eskaliert...

Selten hat ein Labelname wohl so gut gepasst wie bei Forgotten Film Entertainment. Dort gräbt man wirklich vergessene Filme aus und veröffentlicht sie in einer Form, die vorbildlich ist, während andere Labels solche Werke wohl eher als Billig-DVDs in grottiger Qualität verramschen würden. Nach dem Mexploitation-Western „Das Geheimnis Der 14 Geisterreiter“ und der Rettung von „Der Perser Und Die Schwedin“ liegt nun mit „Escalation“ die dritte Veröffentlichung vor. Hiermit startet in Zusammenarbeit mit den Machern der Website italo-cinema.de die „Italo Cinema Collection“ und hat dafür einen in Deutschland weniger bekannten Film ausgewählt, der damals im Kino in Italien wohl ein solider Erfolg war, aber heute eben weitgehend vergessen ist.

Statt auf Nummer sicher zu gehen und einen italienischen Horrorfilm oder einen Giallo zu nehmen, hat man eine Art schräges Sittenportrait der Hippie-Ära ausgewählt, das einige echte Wendungen und Überraschungen bietet.

Der Film beginnt als etwas alberne Komödie, die nur mäßig lustig ist, wendet sich dann nach der Hälfte des Films fast schon zu einem Drama und wird in den letzten 25 Minuten beinahe düster bis hin zum surrealistischen Ende. Alleine für die brillante Abschlussszene muss man „Escalation“ würdigen. Der Film enthält einige wirklich groteske Szenen und Bilder und einige kapitalismuskritische, satirische Momente. Im Grunde ist es ein „Aussteiger-Film“, allerdings in umgekehrter Richtung, denn Luca ist am Anfang ein Hippie und kehrt der Szene nach und nach den Rücken und lässt sich scheinbar vom Bürgertum und dem Kapitalismus „zurück“ bekehren. Auf den ersten Blick also ein reaktionärer Film, aber von Regisseur Roberto Faenza natürlich in Zeiten des Aufbegehrens der Jugend als Spiegelbild für die Gesellschaft gemeint.

Neben einigen wirklich gelungenen Aufnahmen und toller Ausstattung, überzeugen auch die Darsteller. Lino Capolicchio überzeichnet seinen „Luca“ extrem, vor allem in der ersten „hippieesken“ Phase und wird so zur Karikatur. Die Welt der Hippies wird bewusst sehr klischeehaft dargestellt und das „Monster“ Kapitalismus als gnadenlos. Doch so schwarz und weiß, wie es jetzt klingt zeichnet Regisseur Faenza das nicht. Er übertreibt nur ein bisschen die Realitäten der damaligen Zeit. Die wunderschöne Claudine Auger (bekannt aus „James Bond - Feuerball“ und später aus Genreperlen wie „Im Blutrausch Des Satans“ und „Der Schwarze Leib Der Tarantel“) spielt die unterkühlte, berechnende Psychologin ganz wunderbar und im Kontrast zu ihrem heißen Aussehen. Gabriele Ferzetti als Vater, der seinen Sohn zu seinem Nachfolger machen möchte bringt trotz der Härte, die ein Industrie-Boss eben haben muss doch auch rüber, dass er seinen Sohn nicht ganz verlieren möchte und Paola Corinti als Schweter von Luca zeigt eine schöne Doppelbödigkeit, indem sie sich zwar um ihren Bruder sorgt, gleichzeitig aber alles dafür tut, dass ihre gesellschaftliche, dekadente Stellung nicht beschädigt wird.

Und dann ist da noch die grandiose Filmmusik, die von keinem Geringeren stammt, als von Altmeister Ennio Morricone. Schade, dass man entweder nicht daran gedacht hat (oder es nicht möglich war), den Soundtrack als CD dieser Veröffentlichung beizulegen. Das hätte die sowieso schon fast perfekte Veröffentlichung abgerundet.

Sicher ist „Escalation“ kein ganz großer Filmklassiker, der Film hat vor allem in der ersten Hälfte auch ein paar schwache Momente. Er hält aber genug Überraschungen und Pluspunkte (Optik, Musik, Hauptdarsteller) bereit, dass man sich fragt, warum er so in Vergessenheit geraten ist. Fans des Italo-Kinos der 60er und 70er Jahre kommen hieran mal wieder nicht vorbei.

Die Blu ray-Veröffentlichung von Forgotten Film Entertainment ist mal wieder über jeden Zweifel erhaben. Wie gewohnt erscheint der Film in einer DVD-Hülle, die wiederum in einem hochwertigem Pappschuber steckt, der teilweise mit Foliendruck veredelt wurde, was wirklich schön aussieht. Mal ganz abgesehen von dem herrlichen Covermotiv. Solche wundervollen, gezeichneten Motive gibt es bei modernen Filmen leider gar nicht mehr, weil angeblich der „Normalkäufer“ bei Media Markt und Saturn darauf nicht anspringt. Filmliebhaber jenseits des reinen Konsumierens sind da eben anders.

Die Bildqualität dieser weltweit ersten HD-Abstastung - sowieso dürfte es eine der ersten Heimkino-Veröffentlichungen des Films überhaupt sein - ist sehr gut. Ein paar kleinere Defekte und Blitzer sind verzeihlich, ansonsten hat man aber aus der Vorlage rausgeholt, was möglich war und dabei auch nicht Unmengen an Filtern eingesetzt, so dass das Filmkorn erhalten geblieben und trotzdem eine gute Schärfe zu vermerken ist. Lediglich bei einer Hippie-Szene am Anfang wird es extrem grobkörnig, vermutlich weil mit einer schlechteren Kamera in einem dunklen, verrauchten Raum (heimlich?) gefilmt wurde. Hier und da erscheinen die Farben etwas ausgebleicht - was auch Stilmittel sein könnte -, aber damit kann man gut leben, da insgesamt eine sehr farbenfrohe Abtastung vorliegt. Beim Ton auf Deutsch und Italienisch beschränkt man sich auf den originalen Mono-Ton, was grundsätzlich okay und gut zu verstehen ist. Natürlich muss (und kann) der Ton nicht für moderne Soundanlagen aufgeblasen werden, aber vielleicht hätte man als Alternative den Monoton noch doppeln und auf die beiden Frontspeaker legen können. Meckern auf hohem Niveau. Deutsche und italienische Untertitel gibt es natürlich auch.

Beim Bonusmaterial hat man sich richtig ins Zeug gelegt. Klar gibt es bei einem fast 50 Jahre alten Film zunächst einmal nicht viel außer Postermotive und Aushangbilder. Diese finden sich auch hier in zahlreichen Bildergalerien, sogar Material aus Japan ist dabei. Man hätte das vielleicht etwas „straffen“ und mehrere einzelne Galerien mit nur wenigen Motiven zusammenfassen können. Überraschenderweise scheint kein Original-Trailer aufgetrieben worden zu sein. Ein extra produzierter Audiokommentar ist bei solchen Veröffentlichungen heute Gang und Gäbe. Leonhard Elias Lemke und Robert Wagner geben hier solide Informatives preis. Ein kurzes Feature über einen der Drehorte ist ganz interessant, wirklich großartig ist aber, dass man zwei ausführliche Interviews mit dem Regisseur und dem Hauptdarsteller geführt hat! Und also ob das nicht genug wäre, hat man nicht nur die üblichen Untertitel hinzugefügt, sondern auch noch (wahrweise) eine deutsche Voice Over-Übersetzung spendiert! Da sollten sich andere Labels unbedingt mal ein Beispiel dran nehmen, denn es macht oft keinen Spaß, das Bonusmaterial nur mittels Untertiteln zu verstehen. Schlussendlich bietet das Wendecover noch ein weiteres großformatiges Plakatmotiv und es liegt ein 56-seitiges Booklet mit mehreren Essays über den Film, die zeitgeschichtliche Einordnung, die Musik, Claudine Auger, den Regisseur und weiterem Bildmaterial und ausführlichen Credits bei. Mehr geht kaum, schon gar nicht bei einem Film, der bis vor kurzem - und in der breiten Masse auch weiterhin - kaum bekannt war. Unterstützen und kaufen! (A.P.)



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