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The Circle

(USA, VAE 2017)

Originaltitel: Circle, The
Alternativtitel:
Regie:
James Ponsoldt
Darsteller/Sprecher: Emma Watson, Tom Hanks, John Boyega, Karen Gillan, Ellar Coltrane, Patton Oswalt, Glenne headley, Bill Paxton, Ellen Wong,
Genre: - Drama - Thriller - Science Fiction/Fantasy


Mae Holland ist eine junge Frau mit einem eher durchschnittlichen Leben und langweiligem Job. Als ihre Freundin Annie ihr einen Job bei dem innovativen Internet-Giganten „The Circle“ vermittelt, nimmt sie die Chance begeistert wahr. Trotz Bedenken ihres Freundes Mercer erregt sie in dem fast sektenartig geführten Unternehmen schon bald die Aufmerksamkeit des sich kumpelhaft gebenden Chefs Bailey, der vorhat, die Welt und die Menschheit bis in privateste Details zu vernetzen. Mae soll der erste Mensch sein, der mit einer Minikamera ohne Unterbrechung online ist, so dass weltweit jeder Mensch jeden Ihrer Schritte in Echtzeit verfolgen kann - abgesehen von dreiminütigen Toilettenbesuchen. Nach anfänglicher Begeisterung erkennt Mae, dass rund um die Uhr online sein auch Nachteile hat, zum Beispiel für ihre Eltern. Baileys Experiment, mit Hilfe der vernetzten Menschen eine Kindermörderin in kürzester Zeit zu fassen gelingt, der zweite Versuch, Mercer, der sich aus der Onlinewelt komplett verabschiedet hat, zu finden, endet jedoch in einer Katastrophe. Mae erkennt in ihrem Schockzustand, dass die Pläne von Bailey nicht aufrichtig sind und handelt...

Ein zeitgemäßes Thema, eine aufwändige Ausstattung und eine echte Starbesetzung...und trotzdem war „The Circle“ wohl nicht der ganz große kommerzielle Erfolg, den die Macher sich vermutlich erhofft haben. Dabei haben sie ziemlich viel richtig gemacht. Das Thema Vernetzung und Digitalisierung betrifft heutzutage fast jeden Menschen in irgendeiner Form, insofern wäre die Zielgruppe recht groß. Aber die meisten Leute wollen halt leichte Unterhaltung und nicht unbedingt ein über weite Strecken hintergründiges Drama sehen. Auch ich hatte eigentlich eher einen actionreicheren Film mit ein paar Science Fiction-Elementen erwartet, doch „The Circle“ geht in eine andere Richtung. Er konzentriert sich fast vollständig auf die Figur der „Mae Holland“, grandios dargestellt von Emma Watson, die im Grunde in jeder einzelnen Szene vorkommt. Die Entwicklung ihrer anfänglichen Begeisterung für die Pläne von Bailey - wie immer sehenswert: Tom Hanks - bis hin zur Erkenntnis, was die totale Vernetzung mit Menschen machen kann bringt Watson wirklich gut und überzeugend rüber. Dabei kommt ihr sehr natürliches Spiel der Rolle entgegen, weil es die Figur glaubwürdig macht. Kein Zweifel, Emma Watson hat wie nur wenige den Sprung vom Kinderstar zur erwachsenen Schauspielerin geschafft und sich durch eine vielseitige Rollenauswahl viel Respekt erarbeitet.

Natürlich ist der „The Circle“-Konzern den realen Firmen Apple und Facebook nachempfunden und der Film spart nicht mit Kritik. Ob die Pläne solcher Firmen wirklich in die Richtung gehen, wie im Film, ist sicher nicht eindeutig nachweisbar, Tatsache ist aber, dass die meisten Menschen es sich vorstellen können. Die Stärke des Films ist, dass alles realistisch wirkt. Die verwendete Technik ist in Teilen sicher noch nicht Alltag, aber eben auch keine unvorstellbare Zukunftsmusik.

Natürlich lebt der Film von Zusammenspiel von Emma Watson und Tom Hanks, sozusagen ein filmisches Traumpaar. Aber auch die anderen Figuren sind stark. So Patton Oswalt, der als vielseitiger Nebenrollen-Darsteller wohl fast jedem Zuschauer schon mal vor die Augen gekommen ist. Sein aalglatter, nur auf den Profit ausgerichteter Finanzchef der Firma ist interessant, obwohl es keine Hauptrolle ist. Auch Karen Gillan als „Annie“ macht eine beeindruckende Entwicklung durch, von der ständig unter Strom stehenden Managerin hin zum psychischen Wrack. Das ist natürlich eine etwas schlichte Kritik an der modernen Arbeitswelt, aber eben sehr gut dargestellt. Wichtig sind auch Maes Eltern (Bill Paxton und Glenne Headly), die eine der Schlüsselszenen haben.

Aber auch, wenn der Film nicht auf große Schauwerte setzt, gibt es einige Szenen, die im Gedächtnis bleiben, so die schon erwähnte Schlüsselszene mit Maes Eltern, aber auch die Verfolgungsjad auf Mercer, die sich immer mehr steigert und das Finale, wenn Bailey erkennt, dass er die Kontrolle über Mae verliert.

Positiv ist auch, dass man nicht krampfhaft versucht hat, eine (unnötige) Lovestory einzubauen, um Erwartungen des Publikums zu erfüllen.

„The Circle“ ist sicher nicht der erste Film, der das Thema Internet bearbeitet, wahrscheinlich nicht mal der beste oder spektakulärste. Er hat aber eine Menge Stärken und ist spannend genug, um den Zuschauer zu halten. Alleine die wunderbare Leistung von Emma Watson und ihre Interaktion mit Tom Hanks machen den Film sehenswert. Auch, wenn man vielleicht was anderes erwartet hat, sollte man „The Circle“ nicht unterschätzen.

Die deutsche Blu Ray ist bei Universum Film erschienen und liefert eine einwandfreie Bild- und Tonqualität, wie man es bei einer aktuellen großen Hollywoodproduktion erwarten darf. Tonspuren gibt es auf Deutsch und Englisch, dazu deutsche Untertitel und außerdem Englische für Hörgeschädigte. Das Bonusmaterial beschränkt sich leider auf ein paar Interviews mit Cast und Crew, die sehr promomäßig sind. Schade, das Thema hätte sicher jede Menge Möglichkeiten für interessantes Bonusmaterial hergegeben. Der Film an sich - und darum geht es ja - ist aber wirklich sehenswert. (A.P.)



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