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Haus Des Grauens

(England 1963)

Originaltitel: Paranoiac
Alternativtitel:
Regie:
Freddie Francis
Darsteller/Sprecher: Janette Scott. Oliver Reed, Alexander Davion, Liliane Brousse, Sheila Burrell, Maurice Denham,
Genre: - Drama - Thriller


Nach dem Selbstmord des Sohnes Tony vor einigen Jahren, ist die ehemals einflussreiche Familie Ashby zerfallen und dysfunktional. Tonys Bruder Simon ist dem Suff verfallen und selbstgerecht und Schwester Eleanor kommt mit dem Tod des geliebten Bruders auch nach so langer Zeit noch nicht klar. Sie leben bei ihrer Tante Harriet. Als nach dem Unfalltod der Eltern eine größere Erbschaft bevorsteht, die die finanziellen Schwierigkeiten lösen würde, taucht plötzlich ein Mann auf, der Tony zum verwechseln ähnlich sieht und sich als dieser ausgibt...oder ist er es wirklich? Innerhalb der Familie beginnt ein Psychospiel, bei dem bald nicht mehr klar ist, wer welche Rolle spielt...

Nachdem eine neue Art von Thrillern mit Filmen wie „Die Teuflischen“ und vor allem „Psycho“ Ende der 50er/Anfang der 60er Jahre ausgesprochen erfolgreich war, ließen es sich die englischen Hammer-Studios nicht nehmen, von dem Trend auch zu profitieren. Nach den großen Erfolgen mit Gothic-Horror-Werken wie „Dracula“ und „Frankenstein“ wollte man bei Hammer auch in anderen Geschichten Geld verdienen, wobei die Firma auch vorher schon in vielen Genres tätig war. Mit „Paranoiac“, sicher nicht zufällig ein ähnlich „verrückter“ Titel wie bei „Psycho“, begann eine Reihe von drei von Freddie Francis inszenierten Filmen, die mit „Nightmare“ und „Hysteria“ fortgesetzt wurde. Für Francis war es nach seiner Arbeit als Kameramann der erste Hammer-Film als Regisseur.

„Haus Des Grauens“, wie der Film in Deutschland etwas unpassend betitelt wurde, macht seine Sache als Mischung aus Familiendrama und Psychothriller sehr gut und baut noch viele weitere Einflüsse ein, vom Melodram bis hin zum Horror. Man kann sogar ein paar frühe Hinweise auf erst später richtig entstandene Genres wie dem Giallo und dem Slasher-Film entdecken. Vieles erinnert an die etwa zur gleichen Zeit entstandenen deutschen Edgar Wallace-Filme, ein paar Anklänge an „Das Phantom Der Oper“ gibt es und das verwinkelte Herrenhaus erinnert zumindest bei den Innenaufnahmen ein bisschen an die Schlösser von Hammers Gothic-Horror-Filmen. Vor allem im letzten Drittel steigt der Horror-Anteil - inklusive dem brennenden „Schloss“ am Ende - und es gibt eine mehr als deutliche Anspielung auf „Psycho“, aber auch an Geschichten von Edgar Allan Poe. Ja, die zerfallende Familie und der aufkommende Wahnsinn scheinen sich sogar auf „Der Untergang Des Hauses Usher“ zu beziehen. Kurz: man hat aus allen möglichen Zutaten einen Film zusammengemixt, der wirklich ganz hervorragend funktioniert und - obwohl aus heutiger Sicht natürlich nicht mehr besonders überraschend oder gar erschreckend - durchgehend spannend ist.

Das zentrale Thema des Films, der Zerfall der Familie, wird für die damalige Zeit überraschend tabulos umgesetzt. Alkoholismus, Betrug, Geldgier, Sexualität (in einigen Szenen kann man bei Darstellerin Liliane Brousse die Brustwarzen unter der Bluse erahnen, unerhört für Anfang der 60er!), Mord, Wahnsinn und sogar Andeutungen von Inzest. Natürlich lächelt man heute darüber, aber damals musste Hammer Films bei den Zensurbehörden um so etwas kämpfen und das Drehbuch vor Drehbeginn hier und da etwas entschärfen.

Bei der Besetzung kann man sich auf das gewohnt gute Händchen von Hammer verlassen. Oliver Reed spielt seine Rolle als trunksüchtiger, dem Wahnsinn verfallenden Bruder erschreckend überzeugend. Es würde nicht wundern, wenn er in so mancher Szene tatsächlich vorher gebechert hätte - heute würde man das wohl „Method Acting“ nennen. Übrigens wäre die Rolle in einem deutschen Film garantiert mit Klaus Kinski besetzt worden. Die hübsche Janette Scott wurde leider nie ein großer Star, tauchte aber in Filmen wie „Das Alte Finstere Haus“, „Blumen Des Schreckens“ oder „Ein Riss In Der Welt“ auf. Eine fast 60jährige Karriere konnte die bis ins hohe Alter aktive Sheila Burrell vorweisen und auch Alexander Davion war fast 40 Jahre meist gut beschäftigt in Film und Fernsehen. In kleinen Nebenrollen tauchen Schauspieler wie Jack Taylor, Sydney Bromley und Colin Tapley auf, allesamt nicht unbedingt erste Liga, aber doch solide Darsteller, die viele filmische Einträge in den Lebensläufen haben.

Bei Routiniers wie Drehbuchautor Jimmy Sangster und Regisseur Freddie Francis, der ja auch als Kameramann Erfahrung hatte, darf man natürlich eine handwerklich einwandfreie Umsetzung erwarten. Das Drehbuch wird zum Ende hin trotz der kurzen Laufzeit von etwa 80 Minuten, hier und da vielleicht etwas zu wirr und nicht alle „überraschenden Wendungen“ funktionieren perfekt. Aber ausgeglichen wird das durch wundervolle Bilder und Kameraeinstellungen. Alleine die „Wasser“-Szene von Oliver Reed ist ein gruseliges Bild, das im gedächtnis bleibt. Die Szenen an den Klippen sind wunderbar gefilmt, das Innere des Hauses verbreitet durch gelungene Perspektiven, sowie an den expressionistischen Film der 20er Jahre erinnernde Licht- und Schattenspiele eine gewisse Gothic-Grusel-Atmosphäre und die letzten zehn Minuten gehen problemlos als lupenreiner Horror durch. Tatsächlich kann man annehmen, dass der Film in Farbe optisch weit weniger beeindruckend gewesen wäre.

Es ist wundervoll, dass das Label Anolis in seiner „Hammer“-Reihe nicht nur die bekannten Gruselfilme bringt, sondern auch unbekanntere Filme der englischen Produktionsfirma. „Haus Des Grauens“ ist ein sehenswerter Psychothriller, der in der damals noch kurzen Tradition der großen Vorbilder gut aussieht und funktioniert.

Anolis bringt „Haus Des Grauens“ als Blu Ray in der „Hammer Collection“ in gewohnt gelungener Form. Wie immer gibt es zwei Mediabooks mit unterschiedlichen Covermotiven und informativem Booklet und eine Blu Ray in normaler Amaray-Hülle (die dieser Besprechung zu Grunde lag) mit einem weiteren Cover, so dass jeder Fan die richtige Veröffentlichung für sich finden sollte. Die Bildqualität ist ganz hervorragend! Sehr gute Schärfe, wundervoller Kontrast - bei Schwarz-Weiß nicht ganz unwichtig - und wirklich tolle Detailfreudigkeit und räumliche Tiefe. Das nicht weggefilterte Filmkorn sorgt für großartigen Filmlook - hier gibt es für einen über 55 Jahre alten Film absolut nichts auszusetzen. Auch der deutsche und englische Mono-Ton, der auf die beiden Frontlautsprecher gelegt wurde, gibt keinen Anlass zur Kritik. Deutschsprachige Untertitel sind selbstverständlich auch vorhanden.

Beim Bonusmaterial hat Anolis wieder einmal das Zusammengetragen, was bei einem Film aus den frühen 60er Jahren möglich ist und zusätzlich wie gewohnt einen Audiokommentar mit Dr. Rolf Giesen und Volker Kronz produziert. Ich liebe die sachlich und oft etwas „trocken“ vorgetragenen Audiokommentare mit Dr. Giesen inzwischen wirklich, da sie von wirklich guter Vorbereitung und unfassbarem Filmwissen zeugen. Einziger kleiner Kritikpunkt: die beiden haben diesmal so viel zu erzählen, vielleicht wegen der relativ kurzen Laufzeit des Films, dass es fast zu keinerlei Pausen kommt und beide sich oft ins Wort fallen. Aber das ist Meckern auf sehr hohem Niveau, denn was da an Informationen rüberkommt, gerne auch mal weit ausschweifend, ist schon beeindruckend. Dazugibt es eine als „Making Of“ betitelte 21minütige Dokumentation über „Haus Des Grauens“, die Hintergründe über die Produktion und Interviews mit damals Beteiligten enthält. Der amerikanische Trailer und mehrere hochwertige Bildergalerien mit internationalem Werbematerial, Aushangfotos, Filmprogramm und Setfotos runden das Paket ab.

Der Film, die technische Umsetzung und das Bonusmaterial dieser inzwischen 20. Veröffentlichung in Anolis´ „Hammer Collection“, hier wieder einmal in Zusammenarbeit mit Koch Media, machen diese Blu Ray zu einem der Favoriten der Reihe für mich. Hier passt alles. (A.P.)



Seiten-Aufrufe seit 26.07.2014: 128


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