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Bestie Mensch

(BRD 2020)

Originaltitel: Bestie Mensch
Alternativtitel:
Regie:
Gerold Darynger
Darsteller/Sprecher: Bert Stevens, Britta Voight, Corinna Bergmann, Dimitrios Kaitanidis, Kathleen Bauer, Sascha Bauer, Werner Braunschädel,
Genre: - Horror/Splatter/Mystery - Horspiel/Hörbuch


Deutschland 1936-Die geheime Staatspolizei (Gestapo) ist dabei, streng geheime Kriegspapiere mit einem russischen Geheimagenten auszutauschen. Damit dies ungestört geschieht, wählt man als Treffpunkt den Dschungel von Neuguinea aus, welches von Anfang an unter keinem guten Stern steht. Kurz darauf wird eine bekannte Reiseführerin zerstückelt aufgefunden. Die mit allen Foltermethoden vertrauten Agenten müssen erkennen, dass sie ihren wahren Meister nun im Dschungel der unvorstellbaren Grausamkeiten gefunden haben. Es kann letztendlich nur einer von ihnen überleben. (Covertext)

Das Label Ohrhorror gibt es seit Anfang der 2000er Jahre und hat bereits eine wechselvolle Geschichte hinter sich. Die ersten Kassetten-Veröffentlichungen waren einerseits produktionstechnisch noch sehr amateurhaft, erregten andererseits aber mit harten Splatter-Stories viel Aufsehen, bis hin zur Indizierung. Langsam steigerte man die Qualität jedoch und stieg bald auf CDs um von denen die eher wirre Verschwörungs-Quatsch-Geschichte „Apokryphus“ und das Kannibalen-Hörspiel „Kuru - Der Lachende Tod“ herausstachen. Das Thema Verschwörungen - dank der Dummdenken-“Bewegung“ heutzutage voll im Trend, hat später die Serie „Offenbarung 23“ erfolgreich aufgegriffen,mit dem Thema „Kannibalen“ stand Ohrhorror jedoch allein auf weiter Flur. Inspiriert wurde das Hörspiel von der bis auf sehr wenige Ausnahmen extrem exploitativen Welle von Filmen zum Thema in den 70er und frühen 80er Jahren. Im Grunde interessiert das Thema nur noch filmhistorisch oder eben Leute, denen Blut- und Gedärmeorgien in Filmen nicht gorig genug sein können. Ich muss zugeben, dass ich so im Alter von 18 bis 25 auch immer auf der Suche nach „noch heftigeren“ Filmen war, heute mit 50 bin ich davon jedoch weit entfernt. Ich mag immer noch Horrorfilme, auch mal welche mit blutigen Szenen, sie dürfen aber auch Atmosphäre oder sogar ein einigermaßen sinnvolles Drehbuch haben.

Nach langer Pause und intensiver, zeitaufwändiger Produktionsphase, legt Ohrhorror mit „Bestie Mensch“ nun ein neues Kannibalen-Hörspiel vor, dass sich offen an Ruggero Deodatos umstrittenen Filmklassiker „Cannibal Holocaust“ orientiert (wie habe ich den Begriff „Holocaust“ im Zusammenhang mit Exploitation-Filmen immer gehasst, passt meiner Meinung nach gar nicht zusammen und verharmlost den millionenfachen Juden-Mord in den 40er Jahren). Wenn ich es richtig verstanden habe, gab und gibt es sogar Kontakt mit dem Regisseur. Der Film war im Grunde der einzige, den man annähernd eine gewisse Qualität in dem Genre zusprechen kann, deutet er doch zumindest eine gewisse Gesellschaftskritik in diesem sonst furchtbar reaktionären Genre an, in dem die Kannibalen stets als wild und unzivilisiert dargestellt wurden - wobei es den Kannibalismus, der hier gezeigt wird, wenig mit echtem Kannibalismus zu tun hatte. Die reaktionäre Grundeinstellung wird im Hörspiel noch dadurch bestärkt, dass die Handlung in der Nazizeit angesiedelt ist, womit man ja auch immer noch mal ordentlich provozieren kann. Für die Handlung ist das nicht wichtig und ich finde diesen Nazi-Bezug eher ekelhaft.

Eine Umsetzung als Hörspiel ist bei diesem natürlich sehr visuellen Genre hingegen interessant. Die blutigen Szenen werden den Augen erspart, dafür dann aber akustisch umso heftiger inszeniert. Soundtechnisch hat man sich gegenüber den früheren Hörspielen deutlich weiterentwickelt, was natürlich auch am Fortschreiten der Technologie liegt, die halt im Gegensatz zu früher bezahlbar geworden ist. Auch bei den Sprechern hat man sich glücklicherweise weit von den Hobby-Akteuren früherer Zeiten entfernt. Zwar sind hier nicht die ganz Großen der Hörspielwelt am Werk - die wären wohl auch kaum bezahlbar und würden sich überlegen, überhaupt eine Produktion mit so einem kontroversen Thema anzugehen -, aber zumindest sind es Leute, die das Sprechen und Schauspielern professsionell betreiben. Mit Bert Stevens ist sogar ein bekannter Name dabei. Zudem hat der omnipräsente Dr. Mark Benecke ein kurzes Vorwort verfasst. Für eine umfangreiche Auflistung aller Beteiligten hat es im Booklet leider nicht gereicht.

Leider überzeugt auch die inhaltliche Umsetzung nicht so ganz. Mal davon abgesehen, dass die Yanomami ein indigener Stamm in Südamerika sind und die Appalachen ein nordamerikanischer, diese aber in der Story nach Neuguinea versetzt werden, gibt es auch andere logische Fehler - so hat man in Deutschland 1936 sicher die Engländer noch nicht als „Feinde“ betrachtet, sondern eher als potenzielle Verbündete, jedenfalls mehr als die Sowjetunion. Die Story ist nicht immer komplett nachvollziehbar und recht episodenhaft und die durchgehend vorhandene Musik und eine übertrieben aufdringliche Geräuschkulisse sollen wohl Tempo vorgaukeln. Ich fand es irgendwann eher anstrengend. Und bei fast 80 Minuten Laufzeit hätte hier und da etwas Straffung gut getan.

Die Gestaltung ist im Vergleich zu früheren Produktionen ein Quantensprung. Man hat als Verpackung ein Mediabook gewählt, das es in mehreren, jeweils limitierten Covervarianten gibt und ein 24seitiges Booklet enthält. Darin gibt es neben dem erwähnten Vorwort ein Interview mit dem Produzenten Gerold Darynger - ein Pseudonym -, das leider etwas unter zuviel Selbstbeweihräucherung leidet. Selbstbewusstsein ist ja gut, aber ein bisschen dezenter darf das schon rübergebracht werden. Weiterhin gibt es einen Text zum Thema Kannibalenfilm von einem gewissen Jean Rises - auch ein Pseudonym? -, der allerdings extrem kurz und somit oberflächlich ausfällt und eher wie ein Schulaufsatz wirkt. Dafür gibt es gleich noch Werbung für die schriftstellerische Arbeit von Rises. Man erfährt kurz etwas über einen Schlager, der im Hörspiel vorkommt und darf die Partitur bewundern, außerdem einen Hinweis auf Ruggero Deodatos „Cannibal Holocaust 2“, der leider auf Italienisch und damit für mich unverständlich ist. Auch ein weiterer einseitiger Text eines Fans der Ohrhorror-Hörspiele wirkt eher „niedlich“. Schließlich gibt es, neben einigen extra für das Hörspiel angefertigten Bildern, noch eine Seite aus dem Dialogbuch und etwas Werbung für die früheren Hörspiele.

Es ist vorbildlich, dass man versucht, dem Käufer mit dem Booklet einen Mehrwert zu bieten. Beim Layout hätte man vielleicht etwas mehr Einheitlichkeit anstreben sollen und vor allem wäre ein Lektorat und eine kritische Außensicht auf die Texte nötig gewesen. Hier ist trotz aller Fortschritte gegenüber früherer Produktionen, noch eine Menge Luft nach oben. Als weiteren Bonus enthält das Mediabook schlussendlich noch eine zweite CD mit „Düsteren Balladen“, vermutlich Restexemplare der früheren eigenen Veröffentlichung, die hier umgepackt wurden, und ein doppelseitiges Miniposter mit den Cover-Artworks. Dem Käufer wird also auf jeden Fall eine Menge geboten für sein Geld.

Mit dem Filmlabel 8Films hat man sich zudem entschieden, nicht die üblichen Vertriebswege über den Einzelhandel zu gehen, sondern deren Kompetenz im Filmvertrieb zu nutzen, so dass „Bestie Mensch“ vermutlich vor allem auf Filmbörsen neben den entsprechenden Filmen zu finden ist, sowie in den Onlineshops der Filmhändler. Hoffentlich spekuliert man nicht darauf, dass Käufer glauben, einen neuen Kannibalenfilm zu erhalten. Auf dem Frontcover wird jedenfalls mit dem Namen Deodato geworben und mit „Cannibal Holocaust“, einen Hinweis auf ein Hörspiel gibt es nicht und auch der Preis entspricht dem typischen Film-Preis bei Mediabooks. Lediglich auf der Rückseite steht klein, dass es sich um eine CD und ein Hörspiel handelt. Vorsorglich hat man aufs Cover geschrieben, dass die Veröffentlichung nur für den Vertrieb in Österreich und der Schweiz vorgesehen ist, eine Vorgehensweise, die ebenfalls im Filmgeschäft bei „kritischen“ Filmen gängig ist. Limitiert ist jedes Covermotic auf 333 nummerierte Exemplare. (A.P.)




Alles von Gerold Darynger in dieser Datenbank:

- Bestie Mensch (BRD 2020)
- Apokryphus – Die Geheimgesellschaften (Hörspiel) (BRD 2004)
- Kuru - Der lachende Tod (Hörspiel) (BRD 2002)