Eve Macarro ist eine junge Frau, die als Kind Zeugin eines brutalen Verbrechens wurde und danach in die Obhut der berüchtigten Organisation der Ruska Roma gerät. Dort wird sie nicht nur zur Balletttänzerin ausgebildet, sondern parallel zu einer Auftragskillerin geformt, ganz im bekannten Stil des Wick-Universums, wo Disziplin, Schmerzresistenz und elegante Bewegung Hand in Hand gehen. Jahre später ist Eve erwachsen und beginnt, auf eigene Faust Nachforschungen über die Hintergründe ihrer Vergangenheit anzustellen. Dabei stößt sie auf ein Netz aus Unterweltkontakten, alten Feinden und Figuren, die man aus der Welt von John Wick kennt, darunter auch Winston vom Continental Hotel und der mysteriöse Director, die beide ihre eigenen Interessen verfolgen. Eves Suche nach Antworten führt sie durch verschiedene internationale Schauplätze, wo aus jeder Begegnung schnell ein Gefecht wird. Worum es im Kern geht, ist klar: Rache und Identität...
Ich war nie der größte Fan des Wick-Kosmos, und FROM THE WORLD OF JOHN WICK: BALLERINA ändert daran letztlich nicht allzu viel. Regisseur Len Wiseman, bekannt durch "UNDERWORLD“, weiß, wie man Menschen stilvoll durch die Gegend werfen lässt, und genau das bekommt man hier auch. Neonlicht, Nachtclubs, spiegelnde Böden, immer alles düster, sehr viele Menschen, die sehr schlecht darin sind, am Leben zu bleiben. Visuell ist das alles recht durchgestylt, fast schon wie ein Musikvideo mit höherem Budget. Ana de Armas als Eve bringt wie immer Präsenz mit, und man merkt, dass sie körperlich viel in die Rolle gesteckt hat. Sie spielt die Figur mit einer Mischung aus Verletzlichkeit und Entschlossenheit, die halbwegs trägt, auch wenn das Drehbuch ihr selten mehr als das Nötigste an innerem Leben zugesteht. Die Story bleibt dünn wie Papier. Rache, Geheimnisse aus der Vergangenheit, zwielichtige Organisationen, das Übliche. Man läuft von einer Actionnummer zur nächsten, und irgendwann fragt man sich, ob hier noch so etwas wie Entwicklung geplant war oder ob man einfach beschlossen hat, dass zwei Minuten ohne Kampfsequenz riskant sein könnten. Die Action ist natürlich auch wie immer handwerklich sauber. Da gibt es nichts zu meckern. Nur wird es irgendwann ermüdend. Wenn wirklich jede Konfliktsituation in eine Eskalation aus Schusswaffen, Messern und Körpern mündet, verliert das Ganze seine Wirkung. Gewalt als Dauerzustand stumpft ab, und dann bleibt nur noch das Gefühl, eine recht teure, sehr lange Prügelei gesehen zu haben. (Haiko Herden)
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