"STAR WARS – GESCHICHTEN DER UNTERWELT" erzählt in sechs kurzen Episoden zwei parallel laufende Geschichten aus den dunkleren Ecken der Galaxis. Im Mittelpunkt stehen die ehemalige Sith-Schülerin Asajj Ventress, die nach den Klonkriegen einen neuen Weg sucht, sowie der berüchtigte Kopfgeldjäger Cad Bane, dessen Vergangenheit ihn einholt. Während Ventress gezwungen ist, sich mit ihrer Vergangenheit und der Möglichkeit von Erlösung auseinanderzusetzen, wird Bane mit alten Beziehungen und moralischen Konflikten konfrontiert. Die Serie setzt dabei auf kurze, in sich geschlossene Episoden, die wie kleine Momentaufnahmen aus dem Leben dieser Figuren funktionieren und lose in den größeren "Star Wars"-Kosmos eingebettet sind. Das ist so ein typisches "Star Wars"-Produkt der neueren Zeit. Es ist hübsch gemacht, hat interessante Figuren, aber wirkt manchmal ein bisschen so, als hätte man es zwischen zwei größere Projekte geschoben. Die Serie gehört zu dieser Anthologie-Reihe von Dave Filoni, die mit "GESCHICHTEN DER JEDI" angefangen hat und dann mit "GESCHICHTEN DES IMPERIUMS" weiterging. Das Prinzip ist simpel: kurze Episoden, bekannte Figuren, ein bisschen Hintergrund, ein bisschen Charakterarbeit. Und genau das bekommt man hier auch wieder. Asajj Ventress war schon in "THE CLONE WARS" eine der interessanteren Figuren, weil sie nie komplett eindeutig war. Hier bekommt sie endlich etwas mehr Raum. Ihre Geschichte hat eine gewisse Melancholie, fast schon etwas Tragisches. Cad Bane dagegen bringt die klassische Western-Energie rein. Revolverheld im All, moralisch flexibel, aber nicht komplett ohne Gewissen. Seine Episoden fühlen sich teilweise wie kleine "STAR WARS"-Western an, was ja ohnehin eine Tradition im Franchise ist. Optisch bleibt alles auf dem gewohnt hohen Niveau der Animationsserien. Diese leicht stilisierte, aber detailreiche Darstellung funktioniert. Man erkennt sofort, dass das aus der gleichen Ecke kommt wie "THE BAD BATCH" oder eben "THE CLONE WARS". Was die Serie allerdings ein bisschen ausbremst, ist ihre Struktur. Sechs Episoden, jeweils um die 10 bis 20 Minuten, das ist schnell weggeguckt. Vielleicht ein bisschen zu schnell. Kaum ist man drin, ist es auch schon wieder vorbei. Man hat oft das Gefühl, dass hier eigentlich mehr drin gewesen wäre. Inhaltlich bleibt das Ganze solide. Es gibt nette Einblicke, ein paar hübsche Momente, ein bisschen Fanservice. Aber so richtig hängen bleibt nichts. Zumindest macht es Spaß, mal das "STAR WARS"-Universum fernab der großen Geschichten zu erkunden. (Haiko Herden)
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