Bernadette will töten(Schweiz, Österreich 2024)Originaltitel: Bernadette will töten Alternativtitel: Regie: Robert Herzl, Oliver Paulus Darsteller/Sprecher: Julia Dorothee Brunsch, Isabelle von Stauffenberg, Dolores Winkler, Markus Mössmer, Tanja Golden, Annamaria Kaszoni, Genre: - Thriller - Horror/Splatter/Mystery
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Kindergärtnerin Bernadette wird auf der Arbeit von den Kindern und den Kollegen gemobbt. Da ihr Leben auch sonst nichts zu bieten hat und auch noch ihre Katze abgehauen ist, sieht sie sich verstörende Videos im Internet an. Dabei stößt sie auf obskuren Seiten auf das Influencer-Pärchen Kitty und Peter, die vor der Kamera Menschen töten und es mit einer Geschichte garnieren. Für ihr neues Video suchen sie eine Person, die gerne dabei sein möchte. Sie meldet sich und wird zu einem Schloss geschickt, wo sie auf die Studentin Lotte trifft...
Der Film an sich ist relativ unerquicklich, aber man bleibt dran. Die Regisseure Robert Herzl und Oliver Paulus inszenieren das Ganze als grelle, bewusst überzeichnete Mischung aus Mediensatire und schwarzem Humor, die sich nicht sonderlich dafür interessiert, ob man das jetzt geschmackvoll findet. Ein geplanter Mord als Livestream Event klingt zwar erstmal wie ein besonders zynischer Kommentar auf Social Media Exzesse und ist so neu im Horrorgenre auch nicht. Der Film geht aber andere Wege. Und genau in dieser Übertreibung liegt seine Wirkung. Der Humor ist rabenschwarz, teilweise so trocken, dass man fast vergisst, dass man gerade über einen geplanten Mord lacht. Visuell bleibt der Film auffällig bunt und farbgesättigt, fast schon zu geschniegelt für das, was er erzählt, und das Blut ist ebenfalls rotglänzend. Das dürfte kein Zufall sein. Die Farben spiegeln diese künstliche Onlinewelt wider, in der alles geschniegelt aussieht, während darunter der komplette Kontrollverlust lauert. Das funktioniert recht gut, auch wenn es Momente gibt, in denen man denkt, dass der Film sich ein kleines bisschen zu sehr in seiner eigenen Idee gefällt. Inhaltlich ist das Ganze natürlich gut für Diskussionen. Gerade in einer Zeit, in der jede Grenzüberschreitung irgendwo monetarisiert wird, wirkt das Ganze unangenehm nah dran. Natürlich ist das kein Film für jeden. Wer hier eine saubere Dramaturgie oder halbwegs klare Figurenentwicklung erwartet, wird eher irritiert zurückbleiben. Vieles wirkt bewusst überdreht und künstlich, manches auch ein bisschen chaotisch. Aber das passt schon. Unterm Strich bleibt ein Film, der aneckt, der provoziert und der vermutlich gespaltene Reaktionen hervorrufen wird. Kein Splatter, aber auch auf keinen Fall blutleer. (Haiko Herden)
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