Red Sonja lebt zurückgezogen in der Wildnis. Dieses halbwegs friedliche Dasein hält natürlich nicht lange, sonst wäre der Film vermutlich schon zu Ende. Sonja wird gefangen genommen und landet in den blutigen Arenen des tyrannischen Draygan. Dort muss sie sich gegen andere Gefangene, Monster und die üblichen Fantasy-Schergen behaupten. Aus der Einzelkämpferin soll schließlich eine Anführerin werden. Sonja verbündet sich mit anderen Ausgestoßenen, stellt sich Draygan und seiner brutalen Herrschaft entgegen und wird in einen monumentalen Kampf hineingezogen...
Soweit die Theorie. In der Praxis ist es mal wieder ein typischer Fantasy-Baukasten mit Arenakampf, Rückblenden, bösem Herrscher, pathetische Reden, Computermonster und bedeutungsschwangerem Herumstehen in Leder. "RED SONJA" aus dem Jahr 2025 ist die Neuverfilmung des bekannten Fantasy-Stoffs, der vermutlich nur wegen Brigitte Nielsen noch halbwegs in Erinnerung ist. Also eh schon kein Meisterwerk. Die Neuverfilmung ist dann auch genau das geworden, was man erwartete: ein kompletter Totalschaden, ein ziemlich müder Fantasyfilm, der ständig größer wirken möchte, als er ist. Es gibt Schwerter, Blut, Arenen, Monster, Leder, Schicksal, Rache, Tyrannen, eine Heldin mit rotem Haar und eine Welt, die mehr Tiefe ausstrahlt als sie eigentlich hat. Das Ganze ist mal wieder nichtssagend, routiniert und dann moderner Computergrafik einfach viel zu glatt. Die Rückblenden sollen Komplexität vermitteln, die aber eher bemüht wirken. Hinzu kommt, dass man Sonja als verwundete, gebrochene aber widerstandsfähige Figur darstellen will, was aber leider nur, und hier muss ich das Wort nochmal bemühen, bemüht und nicht realistisch wirkt. Das liegt nicht unbedingt an der Hauptdarstellerin Matilda Lutz, sondern am Drehbuch. Im Grunde ist Lutz auch noch mit das Beste am Film. Manchmal muss eine Figur gar keinen Hintergrund haben, das wäre auf jeden Fall besser, als auf Krampf irgendwelche Dinge aus der Vergangenheit ans Licht zu holen. Das funktioniert genau so schlecht wie bei "DEUTSCHLAND SUCHT DEN SUPERSTAR". Die Action ist ebenfalls ein Problem. Sie ist vorhanden. Es wird gekämpft, geschlagen, gestochen, gerannt, geklettert. Sonja tritt in Arenen an, Monster tauchen auf, der übliche Fantasy-Kram wird geliefert. Aber vieles wirkt erstaunlich unkräftig. Gerade ein Film wie dieser müsste doch schweißtreibend, körperlich sein, dreckig, wuchtig, vielleicht sogar ein bisschen unangenehm und brutal. Stattdessen fühlt sich vieles nach sauber choreografierter Genrepflicht an. Auch hier viel zu viel Computer, wodurch die Dynamik fehlt. Einen zweiten Teil werden wir davon hoffentlich nicht zu sehen bekommen. (Haiko Herden)
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