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Otaku

(Frankreich 1994)

Originaltitel: Otaku
Alternativtitel:
Regie:
Jackie Bastide, Jean-Jacques Beineix
Darsteller/Sprecher: ,
Genre: - Dokumentation/Kurzfilm


Hierbei handelt es sich um eine Dokumentation des französischen Regisseurs Jean-Jaques Beineix, der mit „BETTY BLUE“, „DIVA“ und „MORTAL TRANSFER“ Bekannt- und Berühmtheit erlangte. Beineix behandelt das Thema der japanischen Otakus. Das sind Fans, fanatische Fans, die sich ganz ihrem Hobby widmen und dadurch das reale Leben vernachlässigen und dadurch auch oft zu Aussenseitern werden. Sie versuchen sich durch dieses Kulttum vor dem Erwachsenwerden zu drücken.

Wir lernen einen jungen Mann, der tagsüber schläft und sich abends seinem Hobby widmet, dem Sammeln von Idolen, jungen, singenden Mädchen in Schuluniformen. Weiterhin treffen wir einen Fotografen, der sich auf erotische Schulmädchenfotos spezialisiert hat. Diese Fotos gibt er dann einer Firma, die daraus kleine Puppen herstellet, die man aus Einzelteilen zusammenbauen kann. Weiterhin sehen wir Soldaten-Otakus, die am Wochenende Soldaten spielen und es verwundert nicht wenig, dass man unter diesen Menschen ein ziemlich hohes intellektuelles Niveau findet, in der Hauptsache findet man dort Ärzte, Lehrer oder Rechtsanwälte. Dann begibt sich die Dokumentation in die Welt der Videospiele. Sex-Computerspiele sind in Japan sehr beliebt und törnen vor allem junge Männer an. Doch es werden auch noch weitere Videospiel-Fanatiker gezeigt und wir dürfen einen Rundgang durch die heiligen Hallen von Nintendo machen und einem Nintendo-Spieletester bei seiner Arbeit zuschauen. Außerdem lernen wir den Erfinder von Super Mario kennen. Als nächstes besuchen wir eine Comic-Convention, wo Leute ihre selbstgezeichneten Comics verkaufen, die sie im Eigenverlag veröffentlichen. Diese Comics sind deshalb so beliebt, weil sie weniger, bzw. gar nicht zensiert sind, wie die frei käuflichen Mangas. Als nächstes lernen wir eine Frau kennen, die mit ihrem Freund Bondage betreibt, sich also gerne fesseln lässt. Dann erfahren wir mehr über den Unterhosen-Fetischismus der Japaner, die sich gerne getragene Unterhosen von Schulmädchen kaufen. Ein echtes Phänomen, dass wohl einmalig in der Welt ist. Zu guter Letzt sehen wir dann noch einen Otaku, der sich intensiv mit Monstern beschäftigt und glaubt, den psychologischen Grund dafür erkannt zu haben, einem, der sich intensiv mit TV-Berichterstattung beschäftigt und genau darauf achtet, wie das Fernsehen die Wahrheit verdreht und dann gibt es noch einmal ein Ausflug in die Welt der Videospiele und die neue Realität, die diesen innewohnt. Abschliessend lernen wir dann noch einen Zeitungsmacher kennen, der ein Magazin speziell für Otakus auf den Markt bringt.

Die Otakus sind auf der einen Seite sicherlich sonderbare Geschöpfe, die von ihrer Umwelt gerne als „anders“ oder sogar als „gefährlich“ abgestempelt werden, aber meist sind es gerade diese Otakus, die die friedliebendsten Menschen sind und sich dem unmenschlichen Zwang der Gesellschaft entziehen. Viele Otakus selbst sehen ihr Benehmen als Protest gegen die straffe Erziehung in der Schule, die nicht versucht, lebensfähige Individuen zu erschaffen, sondern alle gleichmachen will.

Aber natürlich gibt es auch Otakus, die dann weit weniger gefährlich sind, so wird in dieser Doku auch über einen Videofreak-Otaku berichtet, der völlig in seine Welt eingetaucht ist und ein paar Mädchen umgebracht hat. Seit diesem Vorfall hat das liebenswerte Wort Otaku einen bösen Beigeschmack erfahren, aber solch einen Fall kennen wir ja auch aus Deutschland und wer ein bisschen Menschenverstand hat, weiß, dass nicht die Videospiele Schuld sind, sondern das Versagen der Eltern und Lehrer. Doch zu diesem Thema könnte man jetzt wieder seitenlang philosophieren, was ich an dieser Stelle einfach mal lasse.

Die Dokumentation ist sehr interessant und bietet mit 170 Minuten Laufzeit auch einen Blick unter die Oberfläche. Und man sollte Otakus sicherlich nicht unterschätzen, denn es gibt weitaus mehr, als man glaubt.

Die deutsche DVD von Animania/A.C.O.G. präsentiert den Film in Deutsch (Dolby Digital Stereo). Als Extras gibt es Trailer zu „SLAYERS NEXT“, „X – OVA“, „JIN ROH“, „X – THE MOVIE“, „DRAGON KNIGHT 4 EVER“, „MANGA – THE DRAWN JAPAN“ und einen deutschen SAmmeltrailer. Weiterhin gibt es einen Werbespot für die Zeitschrift Animania, die Vertriebsadresse von ACOG sowie die Credtis der DVD. (Haiko Herden)




Alles von Jackie Bastide, Jean-Jacques Beineix in dieser Datenbank:

- Otaku (Frankreich 1994)

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