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Resident Evil

(England / BRD 2002)

Originaltitel: Resident Evil
Alternativtitel:
Regie:
Paul W.S. Anderson
Darsteller/Sprecher: Milla Jovovich, Michelle Rodriguez, Heike Makatsch, Eric Mabius, James Purefoy, Martin Crewes, Pasquale Aleardi,
Genre: - Science Fiction/Fantasy - Horror/Splatter/Mystery


Raccoon City: Einen Kilometer unter der Erde befindet sich ein Geheimlabor der Umbrella Corporation, wo der T-Virus für militärische Zwecke entwickelt wird. Durch eine Villa nahe der Stadt gelangt man zur Eisenbahn, die einen in die Forschungsräume befördert. Den einzigen Weg dorthin bewacht das Sicherheitspersonal Alice (Milla Jovovich) und Spence (James Purefoy).

Eines Tages freigesetzt, verbreitet sich das Virus über das Belüftungssystem. Die Red Queen, der Hauptcomputer, leitet Eindämmungsmaßnahmen ein, die verhindern, dass infizierte Mitarbeiter lebend an die Oberfläche gelangen können. Das in der Villa ausströmende Nervengas betäubt Alice und sorgt nach ihrem Erwachen für Gedächtnisschwund. Als sie irritiert durch die nächtlichen Gänge stolpert, begegnet sie einer mobilen Eingreiftruppe, die beauftragt ist, die Lage zu erkunden und das technische Gehirn zu deaktivieren. Auf ihrem Weg nach unten nimmt die militärische Einheit Alice und den vermeintlichen Polizisten Matt (Eric Mabius) mit sich. Im Zug entdecken sie Spence, der ebenfalls sein Gedächtnis verloren hat, und in den üblichen flimmernd-abgehackten Deja-Vu Sequenzen seine Erinnerungen wiedergewinnt. Bevor sie den Computer ausschalten können gerät das Team in Kontakt mit einer Laservorrichtung, was wie im kafkaesken Cube sehr unangenehm ausfällt. Nachdem der Computerspezialist die Red Queen endlich lahmgelegt hat, stellen die Todesfallen keine weitere Bedrohung dar, gleichzeitig lässt er allerdings jene Wissenschaftler frei, die sich wegen des Virus in Zombies verwandelt haben ...

„Der T-Virus reaktiviert totes Gewebe, macht Leichen aber nicht wieder lebendig. Die reanimierten Körper verfügen über primitive motorische Eigenschaften, vielleicht auch über einen Rest Erinnerung, aber über so gut wie keine Intelligenz. Sie werden vom niedrigsten aller Triebe gelenkt, dem primitivsten aller Bedürfnisse ... dem Trieb zu fressen. Die effektivsten Methoden, sie umzubringen, wären das Durchtrennen des obersten Teils der Wirbelsäule oder das Zufügen eines massiven Gehirntraumas ... also den Kopf wegblasen.“ So definiert die Red Queen mit einer kleinen Ergänzung vom „Fight Girl“ Michelle Rodriguez ein übernatürliches Wesen, das als (Hollywood-)Zombie durch George A. Romero bekannt wurde. Romero hätte eigentlich auch bei dieser Computerspieladaption Drehbuch schreiben und Regie führen sollen. Wegen kreativer Differenzen übernahm Paul Anderson (Event Horizon, Soldier, Mortal Kombat) 1 Jahr später das brachliegende Projekt und folgte seinem bisweilen unerreichten Vorbild.

„The Dead Walk“ lautet der Welt - wie wir sie kennen - letzte Schlagzeile, die bekanntlich in den Anfangsszenen von Day of the Dead auf der Titelseite einer vergilbten Zeitung zu lesen ist. Der Wind, der durch verwüstete Großstadtstraßen, über Autowracks, abgefallene Palmblätter und umgestoßene Mülltonnen hinweg weht, fegt auch die apokalyptische Nachricht fort, die Paul Anderson gegen Ende seiner Huldigung an den vorläufig letzten Abschnitt der Dead – Trilogie verwendet hat. Für ihn dürfte sich der Handlungsort des ersten bzw. zweiten Teils der Resident Evil Reihe - neben der Bezugnahme auf Jill Valentine, Spencer Anwesen, Nemesis Projekt etc. - angeboten haben, um den lebenden Toten die (bestimmt noch nicht) letzte Ehre zu erweisen.

Zombies füllen zu Dutzenden die engen Gänge einer unterirdischen Forschungseinrichtung, schlagen gegen Eisentüren, tauchen überraschend dahinter auf, wenn jemand fast umzingelt, nach vorne keine Chance mehr hat zu entkommen, und greifen gierig stöhnend nach einem Soldaten, der sich - die Wand im Rücken & bei seiner letzten Kugel angelangt - nur noch retten kann, indem er den Lauf seines Revolvers in den Mund nimmt und abdrückt.

Die Genrezitate aus Day of the Dead und Dawn of the Dead sind behutsam abgestimmt auf die düstere Stimmung von Krauchfilmen a la Alien 1-4. Wie die Geschichte baut sich die Spannung in nervenaufreibenden Instrumental-Stücken des Marilyn Manson Scores langsam mit der unabwendbaren Konsequenz auf, in härtere Klangdimensionen überzutreten. Derartige klassische Tiefgründigkeit darf man sich von den Dialogen um die dubiosen Machenschaften der Umbrella Corp. und die sich gemächlich aufrollende Vergangenheit von Alice und Spence nicht erhoffen. Der Anspielungsfundus gleicht das allemal aus, wenn Alice zwar immer noch um den gleichen Preis, ihr Leben, mit der roten Königin spielt, der weiße Hase hingegen als Versuchstier verwendet wird, hat sich Alice hinter dem Spiegel in einem Wunderland der genetischen Experimente und lebensgefährlichen Mutationen verirrt. (Markus Grundtner)



Seiten-Aufrufe seit 26.07.2014: 128


Alles von Paul W.S. Anderson in dieser Datenbank:

- Pompeii (Deutschland, Kanada, USA 2014)
- Resident Evil: Retribution (Deutschland, Kanada, USA 2012)
- Resident Evil - Afterlife (Deutschland, Frankreich, Kanada, USA 2010)
- Resident Evil (England / BRD 2002)

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