Die Adler der neunten Legion(Großbritannien, USA 2011)Originaltitel: Eagle, The Alternativtitel: Regie: Kevin Macdonald Darsteller/Sprecher: Channing Tatum, Jamie Bell, Donald Sutherland, Mark Strong, Tahar Rahim, Denis O´Hare, Genre: - Action/Abenteuer
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Im Britannien des Jahres 140 n. Chr. übernimmt der junge römische Offizier Marcus Aquila das Kommando über ein kleines Kastell am Rand des Imperiums. Er trägt schwer an der Familienehre: Sein Vater verschwand einst mit der legendären Neunten Legion nördlich des Hadrianswalls, und mit ihr ging auch der römische Adlerstandart verloren. Ein Prestigeverlust, der Marcus´ Namen belastet. Nachdem er bei einem Angriff schwer verletzt wird, reist er zu seinem Onkel nach Südengland, erholt sich dort und begegnet dem Sklaven Esca, einem Briten mit tiefem Misstrauen gegenüber den Römern. Marcus lässt Esca frei und die beiden ziehen gemeinsam los, um die verschollene Standarte zu finden. Der Weg führt sie in das unwirtliche Gebiet nördlich des Walls, wo Stämme leben, die die römische Besatzung nie akzeptiert haben...
Statt Monumentalbauten und epischer Stadtkulissen, die man bei Römerfilmen ja irgendwie erwartet, gibt es hier vor allem Moor, Fels und noch mehr Moor. Regisseur Kevin Macdonald, bekannter für Werke wie "THE LAST KING OF SCOTLAND" scheint sich gesagt zu haben: "Die Landschaft macht’s." Und, zugegeben: Die Landschaft macht’s recht eindrucksvoll. Gedreht wurde unter anderem in Schottland, und der Kameramensch hatte ein ordentliches Händchen, um diese einzufangen. Das Budget lag bei rund 25 Millionen Dollar, also nicht winzig, aber weit weg vom "GLADIATOR"-Niveau, mit dem der Film ohnehin verglichen wurde (auch wenn er letztlich viel bodenständiger bleibt). Die Vorlage stammt aus dem Jugendroman "The Eagle of the Ninth" von Rosemary Sutcliff, und man merkt dem Film an, dass Macdonald sichtlich versucht hat, das Ganze etwas realistischer zu halten. "Realistisch" bedeutet hier aber eben auch: keine epischen Arenen, keine riesigen Massenszenen, sondern zwei Männer, ein Pferd und viel Wandern bei kaltem Wetter. Channing Tatum ("MAGIC MIKE") kennt man, Jamie Bell ("BILLY ELLIOT") auch, und Donald Sutherland schaut auch kurz vorbei. Und Mark Strong. Handwerklich ist vieles okay: Die bereits erwähnte Kameraarbeit wirkt ordentlich, die Farben eher gedeckt, die Schwertkämpfe sind nicht besonders spektakulär, aber wirken immerhin realistischer als das, was man aus anderen Sandalenfilmen gewohnt ist. Die Musik bleibt relativ zurückhaltend. Insgesamt entsteht das Gefühl eines historischen Films, der zwar gerne etwas größer wäre, aber letztlich mit dem Leben im Schlamm vorliebnehmen muss. Dafür wirkt er einigermaßen glaubwürdig, wenn auch manchmal fast ein wenig zu nüchtern für ein Abenteuerdrama. (Haiko Herden)
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