Therapeutin und Mutter Violet Gates wagt nach dem Tod ihres gewalttätigen Ehemanns einen neuen Schritt: ein erstes Date seit Langem mit dem Fotografen Henry Campbell. Ihren Sohn lässt sie bei ihrer jüngeren Schwester Jen zurück und begibt sich in ein elegantes Restaurant in Chicago. Dort beginnt der Abend zwar vielversprechend, bis Violet mysteriöse "digiDROP"-Messenger-Nachrichten erhält: Memes und kurze Meldungen, deren Ton zunehmend bedrohlicher wird und ihr wird klar, dass irgendwer im Restaurant sie scharf beobachtet. Sie erhält kleine Aufgaben, die sie in dem Restaurant erfüllen muss, und falls sie es nicht tut, würde man ihren Sohn ermorden. Bald bekommt sie die Aufgabe, ihrem Date Gift in den Drink zu schmuggeln...
Ein hübscher, kleiner Thriller, der fast die gesamte Laufzeit in der Gaststätte spielt. Regisseur bei dieser Blumhouse-Produktion ist Christopher Landon, den man zum Beispiel von "HAPPY DEATH DAY" her kennt. "DROP" ist ein Thriller im Klassik-Gewand (also Restaurant, Date, technischer Kniff), aber mit heutigen Mitteln: digiDROP-Nachrichten (Kunstwort), Smartphone Switches, Social-Media. Obendrauf eine Frau, die sich nach einem Trauma wieder öffnen will. Der Stil ist zügig, fokussiert, wenig Ablenkung. Violet als Figur hat Rückhalt: nicht völlig naiv, nicht völlig überfordert, das Hochhaus-Restaurant, der Blick von oben, erzeugen ein kleines Gefühl von Isolation, selbst mitten in der Gesellschaft von anderen Gästen. Und der Einsatz von Technik (die digiDROP-Nachrichten, das Wort ist wohl extra für den Film ausgedacht worden) bringt einen aktuellen Bezug: Überwachung, digitaler Stress, das Gefühl, beobachtet zu werden. Das ist kein Film, der ewig im Kopf bleibt, eher ein Happen für Zwischendurch. Solide. (Haiko Herden)
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