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Prange - Man ist ja Nachbar

(Deutschland 2025)

Originaltitel: Prange – Man ist ja Nachbar
Alternativtitel:
Regie:
Lars Jessen
Darsteller/Sprecher: Bjarne Mädel, Katharina Marie Schubert, Olli Dittrich, Samy Ghariani, Božidar Kocevski, Gabriela Maria Schmeide, Angelika Richter, Linn Reusse, Maximilian Scheidt, Michel Diercks, Jan Georg Schütte, Barbara Krabbe,
Genre: - Drama


Ralf Prange wohnt seit gefühlt Jahrhunderten in seiner Rotklinkerwohnung in Hamburg-Barmbek, nimmt für alle Nachbarn Pakete an und ist dabei so charmant wie ein belegtes Schwarzbrot ohne Belag. Sein tägliches Ritual ist äußerst vorhersehbar, bis die neue Paketzustellerin Dörte Krampitz vor seiner Tür steht und seinem grauen Alltag eine unerwartete Farbe verleiht. Prange ist sofort hin und weg, hat aber so viel Smalltalk-Geschick wie ein... belegtes Schwarzbrot ohne Belag. Statt Worte zu finden, stolpert er durch unbeholfene Annäherungsversuche, die oft eher komisch als überzeugend wirken. Sein misstrauischer Nachbar Horst Rohde beobachtet das Spektakel mit Argwohn und mischt sich alsbald in das Werben ein, was die Sache nicht gerade einfacher macht...

Regisseur Lars Jessen hat mit diesem Film wieder einmal gezeigt, dass er ein Händchen für zwischenmenschliche Komik mit einer Prise Gefühl, Drama und norddeutschem Flar hat, man denke nur an seinen früheren Film "DORFPUNKS" und "FRAKTUS". Was hier so einfach wie eine kleine TV-Komödie beginnt, entpuppt sich als recht feinsinniger Blick auf menschliche Unsicherheiten in einer Großstadtgemeinschaft. Ralf Prange ist kein Held klassischen Zuschnitts; er ist eher ein liebenswerter und unsicherer Tollpatsch, der lieber Pakete sortiert als Gefühle in Worte zu fassen. Dass Bjarne Mädel diese Rolle übernimmt, ist letztlich ein Glücksfall. Er verleiht Prange diese Mischung aus Grantigkeit und Herz, die den ganzen Film trägt. Und dann ist da Katharina Marie Schubert als Dörte, die Paketfahrerin, deren pragmatische Art nicht nur dem Plot Antrieb gibt, sondern auch zeigt, wie unterschiedlich Menschen Nähe fühlen und zeigen, ohne gleich jede Phrase auszuschmücken. Sie ist halbwegs desillusioniert vom Leben und doch neugierig auf mehr als nur den nächsten Zustellstopp. Neben ihr liefert Olli Dittrich als Horst Rohde eine dieser Typenkomik-Performances, die einen zum Lachen bringt, ohne dass man sich schämen müsste, darüber zu schmunzeln. Der Film ist letztlich kein Komödienkrawall, sondern eher ein angenehm temperierter Film, bei der man sich nach einer Stunde fragt, warum man sich nicht öfter über die Nachbarn amüsiert statt sich über sie zu ärgern. Die Dialoge wirken, als hätte man wirklich Menschen über Stunden beobachtet, die versuchen, ihre eigenen Unsicherheiten zu überspielen. Und trotzdem bleibt die Stimmung warm und voller kleiner Überraschungen. Musikalisch und visuell passt alles gut zusammen, die Drehorte in Hamburg-Barmbek geben dem Ganzen diese bodenständige, hanseatische Atmosphäre, die den Film letztlich so sympathisch macht. (Haiko Herden)



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