Der ehemalige Soldat Jake arbeitet in einer postapokalyptischen Welt als Schatzsucher, nachdem eine gewaltige Sonneneruption die Technologie des Planeten zerstört hat und die Zivilisation in Chaos versunken ist. Jake steht im Dienst des selbsternannten "Königs von England", August Valentine, der ihm verspricht, das Reparieren seines Bootes zu finanzieren, wenn Jake ein besonders wertvolles Objekt aus der alten Welt für ihn bergen kann. Zusammen mit der Freiheitskämpferin Drea macht sich Jake auf den Weg nach Frankreich, wo sie auf der Maginot-Linie ein vermeintlich geheimnisvolles Objekt finden sollen, das sich als etwas anderes entpuppt als erwartet. Parallel dazu hetzt ihnen der tyrannische Kriegsherr General Volkov seine Truppen auf den Hals, sodass aus der Bergungsmission schnell ein Wettlauf gegen Zeit und Gegner wird...
Regisseur J.J. Perry und sein Team haben versucht, aus einer Comicvorlage der Red 5 Comics eine postapokalyptische Schatzsuche mit Action-Flair zu machen. Das ist grundsätzlich eine halbwegs interessante Idee, doch leider ist das Ganze oft so spannend wie eine Bedienungsanleitung für einen Toaster. Man hat zwar das Gefühl, dass ständig etwas passiert, aber wenn man zehn Minuten später darüber nachdenkt, fragt man sich, was denn eigentlich passiert ist. Der größte Name im Cast ist natürlich Dave Bautista als Jake, jener Ex-Soldat, der mit stoischer Miene durch die Welt läuft. Samuel L. Jackson als "King August" mag zwar auf dem Papier beeindruckend klingen, bleibt aber letztlich eine karikaturhafte Nebenfigur ohne echte Tiefe. Und Olga Kurylenko als Drea läuft oft wie eine leicht gelangweilte Action-Statistin durch die Szenen. Kristofer Hivju als der Schurke Volkov ist zwar optisch präsent, aber ebenfalls eher eine Klischee-Bedrohung ohne bemerkenswerte Ecken und Kanten. Inhaltlich plätschert alles so vor sich hin, dass man sich fragt, warum genau die Mona Lisa ausgerechnet das Artefakt ist, auf das alle Jagd machen. Eine postapokalyptische Welt, in der jeder nach Schätzen gräbt, ergibt Sinn, aber der Schlussgag soll wohl irgendwie sowas sein wie in "RÜCKKEHR ZUM PLANET DER AFFEN". Es mag Leute geben, für die eine Endzeitwelt, in der ein Ex-Soldat und eine Rebellenfrau durch die Ruinen Europas ziehen, ausreicht, aber wenn man nach halbwegs logischer Motivation oder überraschenden Wendungen sucht, wird man hier eher enttäuscht. Beim Zuschauen merkt man recht schnell, dass "AFTERBURN" zwar ordentlich produziert wirkt, optisch aber kein eigenes Gesicht entwickelt. Vieles sieht aus wie hübsch aufgestellte Hintergründe, die eher nebeneinanderstehen, statt eine eigene Welt entstehen zu lassen. Auch die Action mit Explosionen und Schusswechseln läuft meist nach bekanntem Muster ab, sodass kaum Überraschung aufkommt. Wenn die Figuren durch diese Endzeitwelt ziehen, fühlt sich das weniger wie ein gefährlicher Trip an, sondern eher wie ein recht langer Rundgang durch eine Kulisse, und das strengt auf Dauer mehr an, als dass es mitreißt. (Haiko Herden)
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