Nach den Ereignissen des ersten Films versucht die brillante, aber moralisch biegsame Robotik-Expertin Gemma erneut, ihr Leben zu sortieren. Ihre Nichte Cady lebt weiterhin bei ihr und ist ein paar Jahre älter, etwas desillusioniert und halbwegs immun gegen Technikversprechen. Während Gemma inzwischen öffentlich als Mahnerin für verantwortungsvolle KI auftritt. Die Technologie hinter M3GAN ist nicht verschwunden, sondern wurde weiterentwickelt, kopiert und für militärische Zwecke konzipiert. Eine neue, deutlich aggressivere Androidin namens Amelia erscheint. Um eine Eskalation zu verhindern, sieht sich Gemma gezwungen, das Undenkbare zu tun und M3GAN in einer überarbeiteten Version zurückzubringen. Das Verhältnis zwischen Schöpferin, Kind und Maschine ist allerdings erneut kompliziert. Dieses Mal sind die Konsequenzen aber etwas globaler...
Eine typische "Schneller, härter, lauter"-Fortsetzung. Aber die Puppe ist dieses Mal wirklich weiterentwickelt. Regisseur Gerard Johnstone, dessen bekanntester Film vor dem ersten Teil die Horror-Komödie „HOUSEBOUND“ war, schiebt den Ton vom schrägen Tech-Horror ein Stück Richtung Action-Satire. Das funktioniert besser, als man es nach dem Titel vermuten würde. Der Film ist okay bis gut, weil er weiß, dass sein Konzept irgendwann albern wird, und genau dann den Humor nicht versteckt, sondern bewusst anzieht. Technisch wirkt der Film größer, ohne gleich aus dem Ruder zu laufen. Die Effekte sind sauber, die Choreografien allem Anschein nach absichtlich überzogen, und die Action ist okay bis absurd. Bei den Dreharbeiten wurde erneut viel mit handgemachten Effekten gearbeitet, was man dem Film ansieht. M3GAN ist kein reines CGI-Produkt, sondern physisch präsent, was ihre Szenen deutlich realistischer wirken lässt. Filmpreise waren sicherlich nie das erklärte Ziel, aber es bleibt ein netter und sympathischer Film. Nicht mehr, aber nun mal auch nicht weniger. (Haiko Herden)
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