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Die Nacht der reitenden Leichen

(Spanien, Portugal 1972)

Originaltitel: Noche Del Terror Ciego, La
Alternativtitel:
Regie:
Amando de Ossorio
Darsteller/Sprecher: Lone Fleming, César Burner, María Elena Arpón, José Thelman, Rufino Inglés, Verónica Llimerá, Simón Arriaga, Francisco Sanz, Juan Cortés, María Silva,
Genre: - Horror/Splatter/Mystery


Betty und Roger treffen während ihres Urlaubs zufällig auf Virginia, eine frühere Freundin Bettys. Zwischen den beiden Frauen besteht eine gemeinsame Vergangenheit, und schnell wird deutlich, dass Virginia auf die Beziehung zwischen Betty und Roger eifersüchtig reagiert. Während einer Zugfahrt eskaliert die angespannte Situation. Virginia springt kurzerhand aus dem langsam fahrenden Zug und beschließt, den Rest des Weges alleine zurückzulegen. Als es dunkel wird, beschließt sie, in einer verlassenen mittelalterlichen Ruinenanlage zu übernachten. Bei dem verlassenen Ort handelt es sich um Berzano. Dort soll im Mittelalter ein Orden von Tempelrittern gelebt haben, dessen Mitglieder sich mit schwarzen Ritualen, Menschenopfern und dem Trinken von Blut beschäftigten, weil sie auf diese Weise Unsterblichkeit erlangen wollten. Die Ritter wurden schließlich hingerichtet, ihre Leichen jedoch nicht wirklich zur Ruhe gebracht. Nach Einbruch der Dunkelheit öffnen sich die Gräber, und die längst verwesten Templer erheben sich wieder. Virginia versucht zu fliehen, doch die Untoten verfolgen sie sogar zu Pferd. Am nächsten Morgen wird ihre Leiche gefunden. Betty und Roger beginnen Nachforschungen anzustellen und erfahren, dass Berzano bei den Menschen der Umgebung seit langer Zeit gefürchtet ist. Gemeinsam mit Pedro Candal, dessen Vater sich mit der Geschichte der Templer beschäftigt hat, versuchen sie herauszufinden, was in den Ruinen tatsächlich geschieht...

Ich habe "DIE NACHT DER REITENDEN LEICHEN" als Teenager zum ersten Mal im Fernsehen gesehen, selbstverständlich in einer gekürzten Fassung. Ich weiß nicht mehr, ob ich damals überhaupt sämtliche Zusammenhänge verstanden habe. Vermutlich nicht. Wahrscheinlich war mir auch völlig egal, wer mit wem welche Vorgeschichte hatte und weshalb Virginia aus diesem Zug sprang. Aber ich weiß noch ziemlich genau, was von dem Film hängen blieb: diese verfallene Anlage, die Gräber, die Zeitlupenaufnahmen, das unheimliche Geräusch der Untoten und ihrer Pferde und vor allem die Bilder dieser ausgedörrten, in zerfetzten Gewändern steckenden Ritter, die auf ihren Pferden aus dem Nebel kommen. So etwas setzt sich fest, wenn man es im richtigen Alter sieht. "DIE NACHT DER REITENDEN LEICHEN" ist für mich deshalb kaum noch vernünftig zu beurteilen. Natürlich sehe ich heute, wie einfach manches gemacht ist. Ich sehe die gelegentlich unbeholfenen Darsteller, die nicht immer elegante Dramaturgie und jene wunderbare Siebzigerjahre Art. Ich sehe auch Spezialeffekte, bei denen man nicht länger ernsthaft glauben kann, tatsächlich mittelalterliche Untote vor sich zu haben. Aber nichts davon zerstört die Wirkung. Ich möchte diesen Film überhaupt nicht moderner, schneller oder technisch perfekter haben. Denn Amando de Ossorio, dessen bekanntester Film letztlich genau dieser hier geblieben ist, hat etwas erschaffen, das wesentlich wertvoller ist als perfekte Effekte: ein vollkommen eigenständiges Monster. Das wird heute manchmal etwas achtlos unter Zombiehorror einsortiert, aber genau genommen sind die reitenden Leichen etwas ganz anderes. De Ossorio selbst wollte sie ausdrücklich nicht als Zombies verstanden wissen. Seine Templer sind weder willenlose Fleischfresser noch klassische Vampire, Geister oder Mumien. Sie nehmen von allem etwas mit. Es sind vertrocknete mittelalterliche Ritter, die sich durch okkulte Rituale ein untotes Weiterleben gesichert haben, Blut trinken und ihre Opfer aufgrund ihrer fehlenden Augen über Geräusche beziehungsweise Herzschlag orten. Auch ihre Langsamkeit hilft. Die Templer rennen nicht. Sie springen niemanden hektisch an. Sie bewegen sich schwerfällig, fast feierlich, und gerade auf ihren Pferden wirken sie grauenerregend. Diese Zeitlupenaufnahmen der reitenden Toten gehören für mich zu den großen Bildern des europäischen Horrorkinos. Vor allem aber klingt es großartig. Die Musik von Antón García Abril ist ein wesentlicher Bestandteil der Wirkung. Dazu kommen diese eigenartigen Stimmen und Gesänge, die den Templern etwas Ritualhaftes geben. García Abril vertonte später auch die weiteren Teile der Reihe und schuf damit einen Klang, der für mich ebenso untrennbar mit den Templern verbunden ist wie ihre zerfetzten Kutten. Hinzu kommt die Kulisse von Berzano. Gedreht wurde sowohl in Portugal als auch in Spanien, unter anderem in Lissabon und der Umgebung von Setúbal, Sesimbra und Estoril. Die berühmten Ruinenaufnahmen entstanden am ehemaligen Kloster Santa María la Real de Valdeiglesias in Pelayos de la Presa bei Madrid. Genau diese echten Ruinen sind ein gewaltiger Vorteil. Nichts sieht nach gebauter Studiokulisse aus. Mit dem echten Templerorden hat das natürlich praktisch nichts zu tun. Die historischen Tempelritter waren kein satanistischer Vampirkult, der Jungfrauen opferte und Blut trank. Der Film gehört damit zu den bekanntesten Vertretern des spanischen Fantaterror (das Wort habe ich gerade erst gelernt.), einer Horrorwelle, die während der späten Franco-Zeit entstand (60er- und 70er-Jahre). Auch die Sexualität des Films gehört in seine Entstehungszeit. Sex war halt Befreiung und gleichzeitig Verkaufsargument.

Die amerikanische Fassung wurde erheblich gekürzt, sexuelle Szenen und Gewaltdarstellungen wurden entfernt und sogar die Struktur verändert. Eine Rückblende mit den lebenden Templern und ihrem Opferritual wanderte an den Anfang, wodurch der Film dem Publikum viel früher erklärte, womit es zu tun bekam. Die spanische Langfassung lässt sich dagegen mehr Zeit und bewahrt wesentlich mehr von der ursprünglichen Erzählstruktur. Auch Deutschland entwickelte bekanntermaßen ein ganz eigenes Verhältnis zu dem Film. Schon die hiesige Auswertung war von gekürzten Fassungen geprägt. Einer verbreiteten FSK-16-Fassung fehlte gegenüber der langen Version ungefähr elf Minuten. Am 30. November 1983 wurden VHS-Veröffentlichungen von Atlas International, ITT Contrast und VMP indiziert. Damit verschwand der Film für Erwachsene zwar nicht vollkommen, durfte aber nicht mehr öffentlich beworben oder frei zugänglich ausgestellt werden. Erst am 28. November 2008 wurden diese Veröffentlichungen wieder vom Index gestrichen. Spätere Teile hatten erheblich größere juristische Probleme. Besonders "DAS GEISTERSCHIFF DER SCHWIMMENDEN LEICHEN" wurde tatsächlich gerichtlich beschlagnahmt. Beim ersten Film blieb es bei der Indizierung. Das wirkt aus heutiger Sicht natürlich fast rührend.




Virginia und ihr Freund Roger treffen im Urlaub in Portugal zufällig Virginias alte Schulfreundin Betty und laden sie zu einer Wochenendtour ein. Als Roger mit Betty anbändelt, flieht Virginia aus dem Zug und sucht für die Nacht Schutz in einer alten Klosterruine. Dort wird sie von untoten Tempelrittern, die mit dem Satan im Bunde sind, ermordet.

Als Roger und Betty Nachforschungen über ihr Schicksal anstellen, erfahren sie von den grausamen Legenden und die Templer und geraten selber in tödliche Gefahr…

Amando de Ossorio gehörte zu den soliden Genre-Regisseuren Spaniens und hat in den 60er und frühen 70er Jahren einige beachtenswerte Filme gedreht. Der Höhepunkt seines Schaffens war mit Sicherheit die „Reitenden Leichen“-Serie, die 1971 mit „Die Nacht Der Reitenden Leichen“ begann und damit auch gleich ihren Höhepunkt erlebte. Zweifellos wurde dieser Film zu einem Klassiker des Genres und einem der bekanntesten spanischen Horrorfilme überhaupt. Zu Recht, wenn man das aus heutiger Sicht betrachtet, denn Ossorio ist hier ein wirklich gruseliger und insgesamt gut gemachter Film gelungen, der vor allem aus der atmosphärischen Seite seine Stärken hat. Das liegt an der wirklich tollen Ruinenkulisse, der düsteren Musik und den gelungenen „Monstern“, die sich zwar in Zeitlupe bewegen, aber trotzdem sehr bedrohlich wirken. Die Mischung aus Vampir- und Zombiefilm mit Satans-Motiven und einer ordentlichen Portion Gothic-Grusel ist sehr gelungen und so kann man auch einige Längen verzeihen. Auch mühlsteingroße Logiklöcher in der Handlung, völlig irrationales Verhalten aller Hauptfiguren und arge technische Defizite (die Nachtszenen wurden fast alle bei Tageslicht gedreht und nachträglich abgedunkelt, was aber nicht jede Menge Schatten verhindert), werden von der schönen Atmosphäre aufgewogen und wer auf Filme der 70er Jahre oder aus Italien steht, ist da sowieso einiges gewöhnt und sieht darüber hinweg. Dazu gibt es noch einige blutige Szenen zu bestaunen, aber nicht im Übermaße, und ebenso ein paar nackte Tatsachen.

Sicher ist „Die Nacht Der Reitenden Leichen“ kein ganz großer Horror-Klassiker, dafür gibt es zu viele Schwächen, aber ein verdienter Kultfilm ist er allemal geworden und macht auch nach über 35 Jahren noch viel Spaß.

„Die Nacht Der Reitenden Leichen“ ist in Deutschland und Österreich in den vergangenen Jahren in verschiedenen Fassungen bei Laser Paradise und diversen Sublabels (Sunfilm, Marketing Film) erschienen. Die geschnittenen Fassungen sind natürlich keiner Erwähnung wert. Dieser Rezension liegt die ungeschnittene „Spio/JK“-Fassung zugrunde. Die Bildqualität des Widescreen-Bildes ist überraschend gut für einen so alten Film, was viel Freude macht. Als Ton gibt es eine spanische und eine deutsche Tonspur, für die einige Szenen, die früher geschnitten waren, eher schlecht nachsynchronisiert wurden. Damit kann man aber leben. Dazu gibt es deutsche Untertitel. Als Bonus findet man den Trailer, eine Bildergalerie und diverse Filmografien in Form von Texttafeln. Eine Bonus-DVD enthält weitere Trailer, Slideshows, ein Feature zu „Das Geisterschiff Der Schwimmenden Leichen“ und ein paar restaurierte Uncut-Szenen. Das ist alles okay, aber auch nichts ganz besonderes und hätte auch auf die erste DVD gepasst, aber hier geht es sowieso in erster Linie um den Hauptfilm. Warum die Amarayhülle noch in einen Pappschuber gesteckt wurde, dieser aber exakt so aussieht, wie der normale Covereinleger (also kein alternatives Artwork oder so, obwohl es da wirklich genug Material gäbe), kann ich nicht nachvollziehen. Da diese Veröffentlichung aber inzwischen recht günstig erhältlich ist, sollte man aber gerne zugreifen, vor allem wegen der guten Bildqualität. Ein kleiner Klassiker, der in die Sammlung gehört. (A.P.)




Virginia und Roger machen Urlaub und treffen dabei Virginia´s alte Freundin Bette. Die drei wollen gemeinsam in die Berge fahren, doch Roger flirtet am laufenden Band mit Bette und Virginia verläßt die zwei und irrt durch die Gegend, bis sie ein altes, verfallenes und menschenleeres Dorf namens Berzano findet. Sie übernachtet dort, doch nachts kommen die Leichen aus den Gräbern, verweste Gestalten mit Kutten. Am nächsten Tag machen sich Bette und Roger auf die Suche nach Virginia und finden ihre ausgesaugte Leiche. Nun erfahren sie von dem Templer-Orden, der vor ca. 500 Jahren hier im Ort Berzano den Teufel anbetete und das Blut von Jungfrauen aussaugte. Nun sind die Templer verdammt, jede Nacht aus den Gräbern zu steigen und Blut zu trinken. Die Leichen sind zwar blind, doch können sie sehr gut hören...

Einer der gruseligsten Filme, den ich kenne. Die ganze Filmreihe ist sehr gruselig, mit verhallten Geräuschen, hallenden Männerchören, düstere Bilder, Zeitlupenaufnahmen. Der Film lebt vielleicht nicht gerade durch seine bestechende Logik (ha ha), sondern durch seinn naiven Charme und auch durch die gelungenen Masken. Die Astro-Videoversion ist um diverse fehlende Szenen ergänzt, die nicht nachsynchronisiert wurden, sondern untertitelt sind, während das Spanisch durchklingt. (Herr Krüger)



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