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Voice From The Stone - Ruf Aus Dem Jenseits

(USA, Italien 2016)

Originaltitel: Voice From The Stone
Alternativtitel:
Regie:
Eric D. Howell
Darsteller/Sprecher: Emilia Clarke, Marton Csokas, Caterina Murino, kate Linder, Lisa Gastoni, Remo Girone, Edward Dring,
Genre: - Drama - Horror/Splatter/Mystery


Die junge Krankenschwester Verena tritt kurz nach dem Krieg eine neue Stelle auf einem toskanischen Landsitz an. Sie soll als Kindermädchen für den kleinen Lucas arbeiten, der seit dem plötzlichen Tod seiner Mutter kein Wort mehr spricht. Sie versucht eine Verbindung zu dem Jungen aufzubauen, der scheinbar glaubt, seine Mutter spräche zu ihm durch die Steine des alten schlossartigen Gemäuers. Tatsächlich beginnt der Junge Verena zu vertrauen, bleibt aber stumm. Nach und nach beginnt die junge Frau zu glauben, dass wirklich etwas Ungewöhnliches vorgeht und beginnt sich selbst zu verändern, was auch dem Vater von Jacob bewusst wird, als er Verena dabei überrascht, wie sie Kleider seiner verstorbenen Frau anprobiert. Die beiden kommen sich näher, aber sieht er in ihr das Kindermädchen oder seine zurückgekehrte Frau..?

Ich muss zugeben, dass ich „Voice From The Stone“ wohl übersehen hätte, wenn ich nicht auf den Trailer hingewiesen worden wäre, der ein bildgewaltiges Geisterdrama versprach. Sicher trägt auch Emilia Clarke in der Hauptrolle dazu bei, dass dem Film ein bisschen Aufmerksamkeit geschenkt wird, denn seit ihrer Rolle in „Game Of Thrones“ ist ihr Bekanntheitsgrad deutlich gestiegen. Und es wäre unfair, wenn man „Voice From The Stone“ nicht beachten würde, zumindest, wenn man schön atmosphärische Geistergeschichten mag. Sehr deutlich lehnt man sich an klassischen Gothic Grusel im Stile von „Schloss Des Schreckens“ an, wobei dort wie hier im Grunde offen gelassen wird, ob wirklich ein Geist für die mysteriösen Geschehnisse verantwortlich ist oder sich alles in der Fantasie der Personen abspielt. Das gibt dem Ganzen etwas geheimnisvolles. Dazu eine leicht morbide Atmosphäre, die entfernt an Poes „The Fall Of The House Of Usher“ erinnert. Depression und Verfall bestimmen das Leben im ehemals hochherschaftlichen Schloss, auf das eine junge, modern eingestellte Frau kommt, die dann erfahren muss, dass Dinge nicht immer das sind, was sie scheinen.

Emilia Clarke liefert hier eine gute Vorstellung ab, zumal sie in fast jeder Szene auftritt und somit den kompletten Film trägt. Wie in „Game Of Thrones“ darf (oder muss) sie hier auch wieder Nacktszenen spielen, die für die Handlung nicht unbedingt notwendig sind, aber dafür sehr ästhetisch umgesetzt wurden. Und zugegeben, wer schaut diese junge Frau nicht gerne genauer an? Erwähnenswert ist auch der junge Edward Dring als Jacob, der sehr gut, den nicht redenden Jungen spielt. Es ist für so einen jungen Schauspieler schon eine große Leistung, nur mittels Körpersprache die inneren Leiden eines durch den Tod der Mutter traumatisierten Kindes auf die Leinwand zu bringen. Alle anderen Figuren bleiben seltsam blass, vielleicht mal abgesehen von Lisa Gastoni als Lilia.

Blass - oder besser trübe - ist auch die meiste Zeit die Optik des Films. Verregnetes, nebliges Wetter, dunkle Schatten im Schloss und entsättigte Farben spiegeln die Stimmung von Verfall und Hoffnungslosigkeit fantastisch wieder. Bis dann nach knapp einer Stunde eine Wende einsetzt und Verena sich zu verändern beginnt, symbolisiert durch das Anprobieren des Kleides...ab diesem Zeitpunkt werden die Farben kräftiger, die Bilder klarer und der wolkenverhangene Himmel klart auf. Natürlich ist das stilistisch ein ziemlich billiger Effekt, der dem Zuschauer deutlich machen soll: Achtung - hier ist jetzt was passiert. Das hätte man sicher etwas subtiler lösen können. Tatsächlich ändert sich die bis dahin dichte Atmosphäre des Films an dieser Stelle und die sowieso schon für geübte Liebhaber von Geisterfilmen vorhersehbare Geschichte (Lilia-Wende!), wird beliebiger. War es bis hierhin eher ein Drama, so steigen jetzt die Schauwerte deutlich an, als wenn Regisseur und Drehbuchschreiber gemerkt hätten, dass sie für das „normale“ Publikum doch noch ein paar Standardszenen einbauen müssten, um die Geldgeber nicht komplett zu erzürnen. Nötig wäre das eigentlich nicht gewesen, denn so wird ein bisschen was von der Atmosphäre - die entfernt an Klassiker wie „Letztes Jahr in Marienbad“ oder „Wenn Die Gondeln Trauer Tragen“ erinnert - kaputtgemacht.

Das ändert aber nichts daran, dass hier ein gelungenes Geister-Drama geboten wird, das besonders von der hübschen Emilia Clarke getragen wird, die keine klassische Schönheit ist, sondern eine sehr eigene - im positiven Sinne - Ausstrahlung hat. Das Tempo ist relativ langsam, fast schon altmodisch, statt modernem Schnittgewitter gibt es teilweise sehr lange Einstellungen und einige gelungene Kamerafahrten, was sehr zur mysteriösen Stimmung beiträgt. Ganz besonders erwähnenswert ist die Optik. Das Schloss und der Steinbruch-See sind wundervolle Drehorte, die alleine schon so viel Atmosphäre ausstrahlen, wie es die meisten anderen Film sich nur wünschen können.

Die deutsche Blu Ray ist bei Ascot Elite erschienen und liefert ein gutes Bild. Dabei muss man bedenken, dass der trübe, verwaschene Look ein gewolltes Stilmittel ist. Der Sound ist ebenfalls ordentlich und hat eine ganze Menge kleiner, aber schöner Surroundeffekte, wie knackendes Holz, Blätterrauschen und was so an unheimlichen Geräuschen in einem alten Schlüss zu hören ist. Deutscher und englischer Ton, sowie deutschsprachige Untertitel sind Standard. Als Bonus gibt es neben zwei Trailern ein paar unkommentierte und nicht untertitelte Behind-The-Scenes-Aufnahmen. Sehr interessant wäre hier sicherlich ein Audiokommentar gewesen. Schade, dass es nicht ein schönes, klassisch gezeichnetes Covermotiv gibt, das hätte hier wunderbar gepasst. (A.P.)



Alles von Eric D. Howell in dieser Datenbank:

- Voice From The Stone - Ruf Aus Dem Jenseits (USA, Italien 2016)

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- Marquise - Die Rolle ihres Lebens
(Frankreich, Italien, Schweiz, Spanien 1997)
- Voice From The Stone - Ruf Aus Dem Jenseits
(USA, Italien 2016)