Dries ist Schriftsteller. Eines Tages stehen drei abgewetzte Männer vor seiner Tür und wollen, dass er in ihrer Band Schlagzeug spielt. Obwohl die drei ziemliche Proleten sind und er ihnen intellektuell überlegen ist, sagt er zu. Das Besondere an der Band: Alle haben ein Handicap. Der Gitarrist Ivan nimmt Drogen, lebt mit seiner ebenfalls drogenabhängigen Frau und Kleinkind in einer verwahrlosten Wohnung. Außerdem ist er fast taub. Der Bassist Jan hat einen steifen Arm und wird ständig von den anderen wegen seiner Homosexualität niedergemacht. Der Sänger Koen ist brutal, lispelt und ist zudem paranoid, außerdem hat er regelmäßig Sex mit der glatzköpfigen Mutter von Jan. Dries will sich durch die Typen Inspiration für einen Roman holen. Das Besondere an der Band: Es soll nur einen einzigen Auftritt geben, bei einem Talentwettbewerb. Und auch das Handicap für Dries ist bald gefunden...
"EX-DRUMMER" ist ein ziemlich unschöner Film, bei dem man sich vorkommt, dass man wie Dries neugierig und distanziert auf das Elend anderer Leute blickt und dabei teils angeekelt, aber auch schockiert ist, gepaart allerdings auch mit einer gewissen Portion Belustigung vom hohen Ross aus. Das Elend ist jedoch dergestalt, dass sich die Protagonisten darin suhlen, und natürlich läuft das Ganze nach und nach immer mehr aus der Schiene. Keine der Personen taugt als Identifikationsfigur, keiner der Armen kann Mitleid erzeugen, weil sich alle einfach zu asozial verhalten, und Dries ist als Elendsvoyeur eh kein Kandidat, für den man Sympathien erwecken könnte. Ein sehr schön gelungener Vorspann, bei dem die Vorstellung der Figuren rückwärts läuft, ist nur der erste gelungene optische Einfall. Die Schmuddelatmosphäre, die genialen Schauspieler, Szenen mit echten, aber trotzdem unerotischem Sex, das Ganze stößt ab und man möchte hinterher am liebsten schnell unter die Dusche springen. Was will man mehr? (Haiko Herden)
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