(Heyne)
Der Astrophysiker Maljanow forscht über die Wechselwirkung der Sterne und der diffusen Materie und ist kurz vor einer bahnbrechenden Entdeckung. Er hat extra seine Familie über das Wochenende ausquartiert, um in aller Ruhe und Konzentration den Durchbruch zu erzielen. Doch dann wird Maljanow ständig gestört von seltsamen Dingen. Er bekommt Essen geliefert, das er nicht bestellt hat, eine Frau taucht auf, die behauptet, eine alte Schulfreundin seiner Frau zu sein und übernachtet dann bei ihm, sein Nachbar, der für die Regierung arbeitet, bringt sich selber um und Maljanow wird des Mordes verdächtigt. Ihm und ein Kollege, dem gerade etwas Ähnliches passiert, kommt ein Verdacht auf, dass hinter den Ereignissen eine außerirdische Zivilisation stecken könnte, die versucht, die Menschheit kleinzuhalten. Oder ein gewisser Bund der Neun, der Fortschritt blockieren will...
Eine dritte Theorie gibt es, die das so genannte "homöostatische Weltgebäude" betrifft, das ein gewisses Gleichgewicht beibehalten und gleichzeitig verhindern muss, dass eine Rasse zu mächtig wird, um die Balance zu zerstören. Das Buch der Brüder Arkadi und Boris Strugazki (letzterer schrieb übrigens auch das Buch zu "STALKER", und für "ES IST NICHT LEICHT, EIN GOTT ZU SEIN" zeichnen sich die Brüder gemeinsam verantwortlich) erschien 1977 in Russland, 1980 in der DDR, 1981 in Deutschland bei Heyne und 1986 noch einmal bei Suhrkamp. Eine Verfilmung aus dem Jahr 1988 gibt es ebenfalls, die es auch bis nach Deutschland geschafft hat und hier unter dem Titel "TAGE DER FINSTERNIS" beziehungsweise "TAGE DER SONNENFINSTERNIS" ganz offenbar vollkommen untergegangen ist. Der SWR produzierte 2004 sogar ein Hörspiel dazu.Interessant ist, dass anfangs die Geschichte in der dritten Person geschrieben ist, plötzlich von einem Kapitel zum nächsten wird Maljanow aber zum Ich-Erzähler. Erwähnenswert ist außerdem noch, dass jedes Kapitel mit einem unvollständigen Satz beginnt und auch mit einem solchen endet. Boris hatte 1974 ein einschneidendes Erlebnis mit dem sowjetischen Staat, weswegen man in das Buch hineininterpretiert, dass die Brüder Strugatzki Maljanow als einzelnen Mensch darstellen, der durch seine Taten eine höhere Macht provoziert und sich gegen sie behaupten muss, was aber selbstverständlich zum Scheitern verurteilt ist. Das Buch ist nicht besonders lang und entsprechend schnell zu konsumieren, einfach, aber dennoch wirkungsvoll geschrieben mit einem Haufen philosophischer und gesellschaftskritischer Anhaltspunkte. (Haiko Herden)
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