Das Glück hat acht Arme(USA 2026)Originaltitel: Remarkably Bright Creatures Alternativtitel: Regie: Olivia Newman Darsteller/Sprecher: Sally Field, Lewis Pullman, Joan Chen, Kathy Baker, Beth Grant, Sofia Black-D'Elia, Colm Meaney, Alfred Molina, Genre: - Drama
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Tova Sullivan ist über siebzig, seit zwei Jahren Witwe und arbeitet nachts als Reinigungskraft in einem Aquarium. Dort hat sie eine ungewöhnliche Beziehung zu Marcellus aufgebaut, einem erstaunlich intelligenten Pazifischen Oktopus. Während Tova noch immer mit dem jahrzehntealten Verschwinden ihres Sohnes lebt, taucht der orientierungslose Cameron in Sowell Bay auf und übernimmt nach einer Verletzung vorübergehend ihren Job. Natürlich verbindet die beiden mehr, als sie zunächst ahnen. Marcellus versteht das selbstverständlich zuerst...
Man weiß früh, wo die Reise dieser Netflix-Produktion hingeht: Trauer, zweite Chancen, ein paar feuchte Augen und die Erkenntnis, dass Menschen einander brauchen. Das funktioniert hier aber ganz gut, und das liegt vor allem an Sally Field, die Tova wunderbar zurückhaltend spielt. Keine schrullige Filmrentnerin, keine flotten Alterswitze, sondern eine stolze, praktische Frau, die gelernt hat, ihre Trauer ordentlich im Alltag unterzubringen. Auch Lewis Pullman überzeugt als Cameron, dessen Musikerkarriere vor allem theoretisch existiert. Die Beziehung zwischen ihm und Tova gehört zu den schönsten Dingen des Films: keine kitschige Ersatzfamilie, sondern zwei Menschen, die einander zunächst nerven und später feststellen, dass Gesellschaft gelegentlich doch ganz brauchbar ist. Der eigentliche Star ist trotzdem Marcellus. Alfred Molina spricht ihn im Original mit angenehm mürrischer Überlegenheit. Besonders gelungen ist, dass Marcellus trotz seiner menschlichen Gedanken wie ein echtes Tier aussieht und sich auch so bewegt. Keine Disney-Augenbrauen, kein bedeutungsvolles Zwinkern. Die digitale Figur orientiert sich an einem echten Oktopus aus dem Vancouver Aquarium und wirkt erstaunlich überzeugend. Natürlich ist die Handlung vorhersehbar. Einige Zusammenhänge erkennt man lange vor den Figuren, und irgendwann zeigt Marcellus metaphorisch mit allen acht Armen darauf. Das ist aber weniger schlimm, weil es nicht um das große Geheimnis geht, sondern darum, wann Tova und Cameron bereit sind, es zu akzeptieren. "DAS GLÜCK HAT ACHT ARME" ist ein kleiner, warmherziger Film über Trauer, Einsamkeit und zweite Chancen. Ziemlich vorhersehbar, ziemlich kitschig und trotzdem erstaunlich wirkungsvoll. (Haiko Herden)
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