(Eins-A-Medien/SPV – 2003 – ISBN 3-936337-03-9 – DCD)
König Hans, genannt der Glückliche, ist Herrscher über ein eigenes, kleines Reich und erlebt viele Abenteuer, wenn er die Staatsfinanzen sanieren will, seine Prinzessin bewundert, Erfindungen macht oder mit Außerirdischen zu tun hat...
Es ist schwer, eine Inhaltsangabe zu dieser Veröffentlichung zu verfassen, denn es handelt sich um insgesamt 29 kleine Geschichten und Gedanken, die inhaltlich nicht zusammen hängen. Um es gleich vorweg zu nehmen: dies ist kein Hörbuch für Kinder, auch, wenn man das zunächst vielleicht vermuten könnte. Vielmehr ist es eine phantasievolle Flucht aus der Realität des Alltags. Mit blumigen Worten werden Geschichten erzählt, die anders formuliert wahrscheinlich zu normal wären, um für die Nachwelt festgehalten zu werden. Dabei wird es auch schon mal satirisch und die Pressereaktionen gebrauchten zur Beschreibung Worte wie „skurril“, „absurd“, „verrückt“, „surrealistisch“ und „bizarr“. Ich würde noch „dadaistisch“ hinzufügen. „König Hans“ macht sein eigenes Leben zu einem Abenteuer, wie wir alle es gerne täten und erklärt sich selbst auch die banalsten Dinge noch zu großartigen Ereignissen. Und weil Hans so dem Alltag entflieht, ist er in seiner eigenen Welt glücklich.
Die kleinen Geschichten, die es auch als Buch gibt, werden von Daniel Leistner gelesen, der durch seine Intendanz bei den Faustfestspielen in Kronach in der Theaterwelt wohl nicht ganz unbekannt ist. Man merkt ihm an, dass er mit großem Spaß bei der Sache war und so darf man als Zuhörer die vielseitige Stimme wirklich genießen.
Die einzelnen Episoden sind unterschiedlich lang, von 11 Sekunden bis zu über 18 Minuten, wie das Leben halt so ist.
Zwei der Neunundzwanzig Geschichten sind im beiliegenden Booklet abgedruckt und geben einen Eindruck davon, wie sich das ursprüngliche Buch lesen lässt, was ja immer noch ein Unterschied zu einer Hörbuchfassung ist.
Die beiden CDs kommen in einer in Handarbeit entstandenen Papphülle, die in einem schicken Schuber steckt. Dazu gibt es das erwähnte Booklet, ein Lesezeichen und einen CD-Rom-Part, der die zu den Geschichten entstandenen Bilder von Holger Much.
Auch, wenn man zum wirklichen Genuss der Geschichten immer nur einige hintereinander hören und dann eine Pause machen sollte, so ist „König Hans – Genannt Der Glückliche“ doch ein Kleinod unter den Hörbüchern unserer Zeit. Wer wissen möchte, was es mit Putzfrauen fressenden Riesenkaninchen auf sich hat oder wie eine Badezimmer-Inszenierung des „Fliegenden Holländers“ aussieht und wer sich einfach mal eine Weile in eine bunte, beinahe „autistische“ Welt entführen lassen will, liegt hier genau richtig. (A.P.)
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