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Atempause(Italien / Frankreich / Deutschland / Schweiz 1996)Originaltitel: La Tregua Alternativtitel: Regie: Francesco Rosi Darsteller/Sprecher: John Turturro, Rade Serbedzija, Massimo Ghini, Stefano Dionisi, Teco Celio, Roberto Citran, Claudio Bisio, Andy Luotto, Genre: - Drama
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27. Januar 1945. Die Rote Armee befreit die Gefangenen aus Auschwitz. Der junge italienische Chemiker Primo macht sich zusammen mit einem griechischen Mitgefangenen auf den langen Weg durch Osteuropa nach Hause. Primo muss von nun an nicht mehr um das tägliche Überleben kämpfen und sich von nun an darum bemühen, ein neues Leben aufzubauen. Nicht vom materiellen Sinne her, sondern vom psychischen. Dabei muss er feststellen, das die Menschen, denen er auf der Wanderschaft begegnet, nichts von seinem Schicksal hören wollen, sie möchten Auschwitz vergessen. Der Film zeigt, dass das Elend der Gefangenen nicht zu Ende war, als sie befreit wurden. Der Weg durch das zerstörte Europa, durch Elend, Schmutz, Hunger und Not war beachtlich, aber immer noch um viele Grade besser, als die grauenhafte Zeit im Konzentrationslager. Vor allem muss Primo erkennen, dass das Leben weitergeht und dass das Leben sich zwar ein wenig geändert hat, aber die grundlegenden Dinge, wie zum Beispiel der Frühling und so weiter, geblieben sind. Wie die Ärzte es schon mal treffend bemerkt haben: „Scheint die Sonne auch für Nazis? Ich kann´s nicht verstehen“.
Der Roman „Die Atempause“ ist bereits im Jahre 1962 erschienen, Autor ist Primo Levi, der vorher in seinem Buch „Ist das ein Mensch?“ über sein Leben in einem KZ beschrieben hat. „Die Atempause“ beschreibt sein Leben nach der Befreiung durch die Rote Armee. Filmisch hat Primo dabei natürlich das „Glück“, das furchtbare Geschehen im Konzentrationslager nicht zeigen zu müssen, was ja mitunter recht schwer ist. Trotzdem gibt es einige kurze Rückblenden, die aber oftmals ziemlich emotionslos bleiben. Sollten sie wohl auch sein. Primo´s Film geht irgendwie den Mittelweg zwischen Spielberg´s „SCHINDLER´S LISTE“ und Benigni´s „DAS LEBEN IST SCHÖN“. Der Pathos aus „SCHINDLER´S LISTE“ wurde weggelassen und die komödiantischen Dinge aus „DAS LEBEN IST SCHÖN“. Dadurch fehlt dem Film allerdings auch mitunter ein wenig die Richtung, ganz besonders, da es auch keine wirkliche Geschichte zu erzählen gibt, sondern eher viele kleine Episoden. Der rote Faden im Film ist das Wiederfinden des Lebens und dadurch hat der Film eine Menge mehr Anspruch als „SCHINDLER´S LISTE“ und „DAS LEBEN IST SCHÖN“, ohne diese beiden Filme in irgendeiner Weise zu kritisieren, jeder ist auf seine Weise gut, gelungen und wichtig. „ATEMPAUSE“ ist halt das Puzzlestück dazwischen. (Haiko Herden)
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