Am 6. August 1945 fiel eine Atombombe auf Hiroshima. Unzählige Menschen starben, unzählige wurden verstrahlt und fürs Leben gezeichnet. Unzählige erkrankten noch lange Zeit danach an der Strahlenkrankheit. Der auf die Explosion folgende schwarze Regen ist Sinnbild für die schlimme Zeit danach. Fünf Jahre später. Yasuko, die auch diesem Regen ausgesetzt war, lebt in einem kleinen Ort, in den sich viele Überlebende zurückgezogen haben. Sie ist 25 Jahre alt und ist noch nicht verheiratet, was in Kürze einem sozialen Niedergang für sie bedeuten wird. Doch da die Strahlenkrankheit bei ihr ausbricht, wird auch die Hoffnung auf eine Heirat zerschlagen...
Dieser Film basiert auf einem Buch von Masuji Ibuse. Er wurde 1989 in Schwarzweiß gedreht und funktioniert als Drama, das immer wieder Rückblenden zeigt zu den Minuten und Stunden nach dem Bombenabwurf. Das alleine ist schon schockierend genug, sieht man das Chaos, die Zerstörung, die verbrannten Leichen, die panischen und verwirrten Menschen, denen das Fleisch vom Knochen fällt. Doch das Unglück geht ja noch viel weiter. All das Unglück, das daraufhin folgte, nachdem die Überlebenden an den Langzeitfolgen zu leiden begannen, was auch zu einer Ächtung der Geschädigten führte. Die Ehen beispielsweise werden nicht geschlossen, weil man sich liebt, sondern weil man sie aus Vernunftgründen eingeht, und weil man eben gesund ist. Kranken ist ein Leben in Einsamkeit vorprogrammiert. Neben Yasuko folgt der Film noch ein paar weiteren Überlebenden, die mit den Konsequenzen der Höllenbombe leben müssen, doch der Fokus wird auf Yasuko gelegt. Der Film lebt von seinen Kontrasten, nämlich einmal den brachialen Bildern, die Schockstarre auslösen, im Gegenzug dazu dann die unzähligen kleinen Momente voller Emotionen, einerseits bei den Menschen, die durch die verbrannte Stadt geistern auf der Suche nach Familie und Freunden und wo der Tod auf jedem Quadratmeter zu fühlen ist, und all denen, die auch Jahre danach noch zu kämpfen haben mit den vielschichtigen Folgen dieses Massenmordes. Dabei entzieht sich der Film jeglicher politischer Aussagen, sondern konzentriert sich auf das Menschliche. "SCHWARZER REGEN" ist in meinen Augen ein Meisterwerk. (Haiko Herden)
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