Nach dem plötzlichen Tod des Papstes tritt der britische Kardinal Thomas Lawrence die Aufgabe an, ein streng geheimes Konklave zu leiten: die Wahl seines Nachfolgers. Eingeschlossen in der Sixtinischen Kapelle und dem angrenzenden Casa Santa Marta ringen rund hundert Kardinäle um Macht, Einfluss und den richtigen Kandidaten. Die Handlung folgt Lawrence bei seinen Ermittlungen, denn während die Stimmen gezählt werden, tauchen dunkle Geheimnisse auf, anonyme Dokumente, undurchsichtige Allianzen und ein unerwarteter Kandidat aus Kabul, der das Machtgefüge ins Wanken bringt...
Ich fand "KONKLAVE" recht gelungen. Nicht so, dass es einem die Knie weich macht, aber genug, um interessiert bei der Stange zu bleiben. Regisseur Edward Berger bastelt hier kein frommes Lehrstück, sondern liefert eine Kirchen-Soap ab. Ralph Fiennes als Kardinal Lawrence wirkt zurückhaltend und verunsichert, was genau richtig ist: ein Mann, der eigentlich resignieren wollte, nun aber mit Intrigen jongliert. Der filmische Rhythmus ist eher langsam, aber das passt gut zur Atmosphäre eingeschlossener Männer im roten Gewand. Frauen gibt es auch, die dürfen aber kochen und die Männer bedienen. Alles beim Alten also in der katholischen Kirche.
Was mich letztlich überrascht hat: das Set-Design von Suzie Davies (Oscar-nominierte Designerin), das in Cinecittà in sechs Monaten eine realistische Sixtinische Kapelle und ein hermetisches Casa Santa Marta gebaut hat. Das Ergebnis ist ein künstlicher Vatikan, der genau richtig wirkt: alt, pompös, und doch modern gebrochen. Nick Emerson erhielt Nennungen für den Schnitt, unter anderem eine Oscar- & BAFTA-Nominierung, sowie Critics´ Choice und Eddie Award. Weitere Auszeichnungen: "KONKLAVE" gewann bei den BAFTA 2025 unter anderem den Preis für "Best Film", dort war das Werk mit zwölf Nominierungen Spitzenreiter und holte insgesamt vier Auszeichnungen. Außerdem gab es den "Ensemble Performance Award" bei den Palm Springs International Film Awards, Golden Globe für das beste adaptierte Drehbuch, und bei den Oscars gewann Peter Straughan genau dafür: Best Adapted Screenplay. Wer Lust auf einen klug konstruierten, angenehm lakonischen Macht-Thriller im Papst-Universum hat, ist hier recht gut aufgehoben. Gute Darsteller, saubere Technik und ein Blick auf alte Rituale, der staubig noch verkopft wirken. (Haiko Herden)
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