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Verschwende deine Jugend - Jürgen Teipel (Buch)

(BRD 2001)

Originaltitel: Verschwende Deine Jugend - Jürgen Teipel (Buch)
Alternativtitel:
Regie:

Darsteller/Sprecher: ,
Genre: - Dokumentation/Kurzfilm - Musik/Musical - Buch


(Suhrkamp TB, ISBN 3-518-39771-0)

Wenn man heutzutage von deutscher Punkmusik spricht, meinen die meisten Leute Rockbands wie die Toten Hosen oder Die Ärzte oder auch die Bates. Im besten Falle denkt man noch an Bands wie Slime, Daily Terror und OHL. Bei dem Begriff Neue Deutsche Welle fallen meist Namen wie Nena, Markus, Frl.Menke und Hubert Kah, vielleicht auch noch Ideal. Dass das ganze aber seine Ursprünge bereits Mitte der 70er Jahre hat, nachdem in den Zeitungen erste Berichte über Punks in England zu lesen waren, wissen die wenigsten Leute. In seinem Buch "Verschwende Deine Jugend" geht Herausgeber JÜRGEN TEIPEL auf die Anfänge einer eigenen deutschen Jugendkultur ein, die sich erstmals zwar aufgrund anglo-amerikanischer Vorbilder formierte, aber schnell eine große Eigenständigkeit entwickelte. TEIPEL hat über mehrere Jahre unzählige Interviews mit den "Machern" von damals geführt und als eine Art Doku-Roman auf fast 380 Seiten zusammengefasst. Das Buch besteht ausschließlich aus Aussagen von Musikern, Künstlern oder einfach nur "normalen" Leuten, die damals dabei waren. Hierbei beschränkt sich der Inhalt hauptsächlich auf die "Hochburgen" Düsseldorf, Berlin und Hamburg, was zwar einerseits etwas schade ist, denn sicherlich gab es auch in München, Hannover und anderen Städten eine aufbegehrende Jugendszene, andererseits aber nötig war, um den Rahmen eines Buches nicht zu sprengen. Aus der Düsseldorfer Ecke kamen Leute wie Peter Hein (Charley´s Girls, Mittagspause, Fehlfarben, Camp Sophisto, Family 5), Ralf Dörper und Jürgen Engler (Male, Krupps, später teilweise bei Propaganda), Gabi Delgado (Mittagspause, DAF), Franz Bielmeier (Charley´s Girls, Rondo Label), Xao Seffcheque, Frank Fenstermacher, Robert Görl...........

Male und Charley´s Girls werden hier als die ersten deutschen Punkbands präsentiert, was so falsch wohl nicht ist. Aus dieser Düsseldorfer Szene haben sich immer neue Bands gegründet wie Der Plan, S.Y.P.H., Pyrolator, KFC, Minus Delta T und und und.

In Berlin entstand zur gleichen Zeit eine Szene mit Leuten wie Jäki Eldorado, Beate Bartel, Gudrun Gut, Blixa Bargeld, Inga und Anette Humpe mit Bands wie Neonbabies, Ideal, Malaria, Mania D, Einstürzende Neubauten .....In Hamburg waren es Leute wie Sounds Schreiber Alfred Hilsberg und Läden wie das Rip Off, Krawall 2000 ......

Auffallend bei fast allen Interviewten ist, dass sie sich selber heute als "die Ersten" verstehen. Antrieb scheint bei allen die Ablehnung der in Deutschland vorherrschenden Hippiekultur unter den Jugendlichen gewesen zu sein. Man wollte nicht mehr endlose Diskussionen führen, lange Haare tragen, Kiffen und ein Gesicht in der Masse sein, sondern sich davon abheben und provozieren. Das man dazu auch Nazi-Symbole und -mode benutzte scheint selbst heute nicht zu stören. Die Jugendlichen wollten einfach anders sein, rutschten aber schnell in eine entstehende Punk-Schablone hinein. Diejenigen, die das radikale Leben überstanden haben sind zum großen Teil heute noch im Musikbereich oder anderen Kunstrichtungen tätig, allerdings bei weitem nicht mehr so radikal, wie damals. Viele haben den exzessiven Lebensstil mit Alkohol, Schlägereien und Drogen aber auch nicht überlebt oder sind einfach später in ein bürgerliches Leben umgestiegen.

Diese ganze "Anti"-Einstellung bringt das Buch gut rüber, auch wenn das meiste einfach nach hemmungsloser "früher war das alles cool, aber heute blicke ich da eher mit einem Kopfschütteln drauf zurück"-Romantik klingt. Wenn damals wirklich alles so war, wie beschrieben, wäre ich gerne Teil dieser Jugendkultur, die eigentlich gar keine war, gewesen Es gab keine einheitliche Szene, jeder konnte machen, was er wollte und stieß damit auf Interesse bei anderen Leuten, was teilweise zu wirren und chaotischen Aktionen führte.

Sicher ist, dass die Leute von damals ihre Jugendzeit etwas zu sehr glorifizieren, aber das ist natürlich nicht der Fehler des Buches, das sich selbst als eine Art Dokumentation versteht. Auf jeden Fall ist es ausgesprochen interessant und liest sich gut und man erfährt einfach mal etwas über eine Phase deutscher Jugendkultur, die sonst nicht so in den Medien zu finden ist. Deutscher Punk und Neue Deutsche Welle in ihren Ursprüngen und nicht in den kommerziellen Ausuferungen der Industrie. Dieses Buch sollte jeder haben, der sich für diese Thematik interessiert. Neben dem hohen Informationswert ist das ganze auch noch ausgesprochen unterhaltsam.

Kritikpunkte sind, wie schon erwähnt, die Konzentration auf zu wenige Orte und das Fehlen einiger damals sicher wichtiger Bands, Leute und Labels, wie Andy Giorbino, Hans-A-Plast, das No Fun Label und andere. Diese werden zwar im Vorwort kurz erwähnt und TEIPEL entschuldigt sich dafür, dass er sie nicht mit hineingenommen hat, aber meiner Meinung war das ein Fehler. Auch die anhängende Chronologie der Ereignisse und das Namensverzeichnis sind etwas zu sehr persönlich gefärbt und oberflächlich, aber dennoch sehr informativ. Auf jeden Fall hat JÜRGEN TEIPEL mit „Verschwende Deine Jugend“ das bisher beste Buch über diese Thematik geschaffen. Ein Pflichtkauf, wenn man sich für den Beginn einer eigenen deutschen Musikkultur interessiert. Auf jeden Fall sollte der geneigte Leser einen Blick auf die zum Buch gehörige Website unter www.gesellschaftsinseln.de/punkbuch/index.html , auf der man schon mal ein paar Leseproben und weitere Infos bekommen kann. (A.P.)



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