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Leptirica

(Jugoslawien 1973)

Originaltitel: Leptirica
Alternativtitel: Butterfly
Regie:
Djordje Kadijevic
Darsteller/Sprecher: Mirjana Nikolic, Petar Bozovic, Slobodan Perovic, Vasja Stankovic, Aleksandar Stojkovic, Tanasije Uzunovic, Ivan Djurdjevic,
Genre: - Drama - Horror/Splatter/Mystery


Anfang des 18. Jahrhunderts geht in einem kleinen serbischen Dorf ein Vampir um und bringt den Betreiber der Wassermühle um. Da dem Dorf damit eine Hungersnot droht, fordern die Dorfältesten den jungen Tagelöhner Strahinja auf, die Mühle zu übernehmen. Als er auch nachts von dem Vampir überfallen wird, aber knapp überlebt, machen sich die Männer des Ortes zusammen mit dem jungen Mann auf, den Vampir zu pfählen. Strahinja hilft dabei, da er sich so Chancen ausrechnet, seine geliebte Radojka heiraten zu dürfen. Das Grab des Vampirs wird gefunden und ein Pfahl hineingetrieben, doch die Seele des Vampirs kann als Schmetterling entkommen. Trotzdem feiert das Dorf und das junge Liebespaar darf sich verloben...doch der Vampir ist noch nicht besiegt...

Horrorfilme aus dem ehemaligen Jugoslawien sind eine eher seltene Erscheinung. Umso mehr ist es dem Label Ostalgica hoch anzurechnen, dass es den 1973er Fernsehfilm „Leptirica“ (serbokroatisch für Schmetterling) aus der Versenkung geholt hat. Für Fans von Vampiren ist der Film wirklich ein Kleinod, obwohl - beziehungsweise gerade weil - er relativ wenig mit Vampiren wie man sie damals vor allem aus den“Hammer“-Filmen mit Christopher Lee kannte, zu tun hat. Vielmehr bezieht sich „Leptirica“ auf den ursprünglichen osteuropäischen Volksglauben über die Wiedergänger.

Man sieht dem Film schon an, dass er recht kostengünstig produziert werden musste und trotzdem entfaltet er eine sehr merkwürdige, fast schon poetische Stimmung. Ich will nicht so weit gehen, dass es an die Art, wie Jean Rollin Filme gemacht hat, erinnert, aber einzelne Szenen spiegeln schon ein bisschen eine ähnliche Atmosphäre wieder. Merwürdig ist auch die Mischung aus Horror, Drama und immer wieder eher unfreiwillig komischen Szenen, so wird der Priester des Ortes eher albern dargestellt, was in einem damals kommunistischen Land aber durchaus Sinn ergibt, wurde die Kirche doch als „Opium fürs Volk“ verunglimpft. Sehr billig wirken auch die dauernden künstlich eingespielten Tiergeräusche im Wald und das ständige Jaulen des Vampirs.

Einige bekannte Vampirmythen wie die spitzen Zähne, das Töten durch Pfählung, das Bluttrinken und eine gewisse erotische Note findet man wieder, andere Dinge, wie die Seele als Schmetterling, die Abscheu vor Mehl und einiges mehr kennen westliche Zuschauer eher nicht.

Inszeniert ist der Film fast wie ein Theaterstück, was sicher an den Beschränkungen des Budgets und des TV-Formats lag. Die Darsteller gehören sicher auch nicht zu den Größen der Branche, vermutlich nicht einmal in Jugoslawien zur Entstehungszeit. Zumindest Hauptdarstellerin Mirjana Nikolic ist hübsch anzuschauen und hat ein paar gute Szenen. Eine größere Karriere scheint sie aber dennoch nicht gemacht zu haben.

Leider ist die deutsche Synchronisation ausgesprochen billig und unpassend, man gewöhnt sich nur schwer daran und gebenenfalls ist es vielleicht sinnvoller, den Film im Original mit Untertiteln zu gucken. Trotzdem muss man Ostalgica sehr dankbar sein, dass dieser Film zugänglich gemacht wird, denn er ist ausgesprochen interessant für Fans. Sicher kein Mainstream, aber wer sich auch filmhistorisch für das Thema Horrorfilm interessiert, bekommt hier eine besondere Perle geboten.

„Leptirica“ ist wie gesagt bei Ostalgica als Blu Ray-DVD-Kombi in Amaray-Hülle erschienen und auf 990 Exemplare limitiert. Die Bildqualität muss man leider als etwas „durchwachsen“ beschreiben. Trotzdem hat manaus dem vorhandenen Material rausgeholt, was ging. Wer bei so einem Film aber eine perfekte Bildqualität erwartet, soll eben doch lieber bei aktuellen Hollywood-Blockbustern bleiben. Bei einem Film wie „Leptirica“ geht es zum großen Teil einfach um die Seltenheit des Films. Auch beim Ton hat man rausgeholt, was geht...eine Surroundanlage ist natürlich nicht nötig. Zusätzlich ist der serbokroatische Originalton dabei und eine so genannte deutsche „Retro-Tonspur, die künstlich auf „alt“ getrimmt wurde. Ob man das braucht, ist jedem selbst überlassen.

Erfreulicherweise hat man einiges an Bonusmaterial zusammengetragen (nur auf Blu Ray), was bei solch einem Film doch etwas überrascht. Neben dem Trailer und einer Bildergalerie gibt es auch noch eine 16:9-Fassung des Films, der als Fernsehfilm ja korrekt eigentlich in 4:3 produziert wurde. Außerdem hat man einen Audiokommentar von Lars Dreyer-Winkelmann aufgenommen, der einige interessante Hintergrundinfos zum Film und zum Vampirmythos allgemein gibt. Leider erzählt er sehr oft einfach die Handlung des Films nach, die der Zuseher ja eigentlich bereits kennen sollte. Trotzdem ist es lobenswert, dass hier die Kosten und der Aufwand nicht gescheut wurden, ist doch kaum zu erwarten, dass die Veröffentlichung großen Gewinn abwirft. Für Freunde des ungewöhnlichen Films ist „Leptirica“ somit eine lohnenswerte Anschaffung. (A.P.)




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- Leptirica (Jugoslawien 1973)

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