Patrick McKee kehrt mit Frau und Sohn zurück ins alte Elternhaus, weil die freie Baumhaus-Startup-Idee in die Pleite führte. Der Bruder betreibt hier eine Sägewerk-Firma, und in der Nähe liegt ein alter Stollen voller Spukgeschichten, darunter die Legende vom "Bagman", dem finsteren Sackmann, der angeblich brave Kinder in seinen morschen Sack stopft. Als Patrick nachts unheimliche Geräusche hört und beängstigende Albträume über den Sackmann ihn heimsuchen, sorgen Stromausfälle und tanzende Puppen dafür, dass die Grenze zwischen Trauma und Wirklichkeit stetig instabiler wird...
"BAGMAN" ist kein Hochglanz-Horror, aber ein solider Psychospuk mit Herz, und gelegentlich auch echt gruselig. Regisseur Colm McCarthy, bekannt aus "PEAKY BLINDERS" und "THE GIRL WITH ALL THE GIFTS", verlegt sich hier auf Folk-Horror in klassischer Gruseltragödie. Das Drehbuch stammt von John Hulme, produziert wurde das Ganze von Temple Hill Entertainment, Lionsgate hat es im Herbst 2024 rausgehauen. Budgetmäßig ist das keine Riesennummer, aber mit 12–15 Mio. USD auch kein Sparflämmchen. Leider hat das Werk aber nur knapp 1,8 Mio. wieder eingespielt. Gedreht wurde in Bulgarien (die Innenräume) und am Stollen-Eingang in der God’s Bridge-Schlucht. Sehr sehenswert, letzteres. Atmosphäre, Kamera (Nick Remy Matthews), Musik von Tim Williams, das funktioniert recht eindringlich. An entscheidender Stelle in der zweiten Hälfte zieht es tatsächlich an. Die mechanische Figur des Bagman mit praktischen Effekten hat etwas Handgemachtes in Zeiten von CGI-Monstern. "BAGMAN" ist kein Genre-Wunderkind, aber ein ordentliches Stück folkloristischen Horrors mit Flair, grausligen Träumen und einer melancholischen Papa-Moral. Kein Meisterwerk, aber definitiv sehenswert.
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