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Cure, The - Trilogy

Originaltitel: Cure, The - Trilogy
Alternativtitel:
Regie:

Darsteller/Sprecher: Robert Smith,
Genre: - Musik/Musical


(Eagle Vision)

Als THE CURE Mitte letzten Jahres ankündigten, dass sie drei so genannte „Trilogy“-Shows spielen würden, in denen die kompletten Alben „Pornography“, „Disintegration“ und „Bloodflowers“ auf dem Programm standen, ging ein Aufschrei der Freude durch die Fanschar. Schließlich halten die meisten Fans diese drei Alben (zumindest aber die ersten beiden) für die Meisterwerke der Engländer, die seit einem Vierteljahrhundert Musikgeschichte schreiben. Für alle, die im November 2002 nicht dabei sein konnten, wurden die beiden Berliner Shows mit geschnitten und nun endlich als schicke Doppel-DVD in einem Pappschuber veröffentlicht.

Zunächst einmal: schön, dass Robert Smith in den vergangenen Jahren erkannt hat, wie einflussreich gerade diese Alben waren und wie viel sie seinen Fans bedeuten. Insofern wurde es auch vermieden, die alten Songs zu modernisieren, sondern sie wurden schlicht und einfach so gespielt, wie man sie kennt und liebt. Rein musikalisch bietet diese Doppel-DVD also kaum eine Überraschung und wem es nur um die Musik geht, der kann gut auch die Studioalben anhören. Was THE CURE bei diesen Shows jedoch zu einem Erlebnis gemacht hat, ist die perfekt abgestimmte, gigantische Lightshow und die Freude, eine derart spielfreudige Band auf der Bühne zu sehen.

Die erste Scheibe enthält „Pornography“ und „Disintegration“ komplett. Der Sound ist druckvoll und mitreißend und an diesen beiden wohl besten CURE-Alben gibt es wohl sowieso nichts zu kritisieren. Auch wenn es pathetisch klingt: diese beiden Platten haben mein Leben nicht unmaßgeblich beeinflusst. Besonders hervorstechen tun geniale Versionen von „One Hundred Years“, „Pornography“, „Plainsong“, „Prayers For Rain“ und „Disintegration“, etwas saftlos hingegen kommt „The Hanging Garden“ herüber und „Lovesong“ bleibt auch hier der schwächste Track von „Disintegration“.

Die zweite DVD enthält „Bloodflowers“ komplett und den Zugabenblock mit „If Only Tonight We Could Sleep“ und dem meist unterschätzten Song „The Kiss“.

Besonders überzeugen tun hier die Tracks „Maybe Someday“, „The Loudest Sound“ und natürlich „Bloodflowers“ und eben „The Kiss“. Ausreißer nach unten gibt es hier eigentlich nicht, lediglich by „Out Of This World“ habe ich das Gefühl, dass der Bass etwas verstimmt ist. Bei „Watching Me Fall“ klingt es außerdem ein bisschen so, als wenn die einzelnen Musiker jeder für sich selbst spielen und nicht richtig zueinander finden. Das ist aber nach über zwei Stunden Konzert bis zu diesem Zeitpunkt durchaus verzeihbar. Fehlen tut aus der „Bloodflowers“-Phase lediglich der Track „Coming Up“, der in Deutschland nur auf der Vinyl-Version des Albums erschienen ist.

Etwas enttäuschend ist, dass das Publikum zwischen den einzelnen Songs sehr leise abgemischt ist, so dass nicht immer eine richtige Liveatmosphäre rüber kommt.

Als Bonus gibt es noch ein Interview, in dem neben Robert Smith auch alle anderen Bandmitglieder zu Wort kommen, so dass diese Veröffentlichung über drei Stunden Material für alle Cure-Fans bietet. Der Durchschnitts-Pop-Konsument wird mit den dunklen Klängen wahrscheinlich nicht richtig viel anfangen können, aber wen interessiert das schon?

Einziger echter Kritikpunkt ist die billig wirkende Gestaltung des Pappschubers, in dem das Digi-Pak mit den beiden DVDs daher kommt. Das Frontmotiv ist weder besonders atmosphärisch noch irgendwie CURE-typisch. Da bin ich echt ein bisschen enttäuscht.

Die Veröffentlichung an sich ist natürlich technisch einwandfrei. An Bild und Ton gibt es absolut nichts zu mäkeln, man kann jedes einzelne der wie ein Spinnennetz im Gesicht Robert Smith´s hängenden Haare erkennen, lediglich bei Kamerafahrten über das Publikum wird es schon mal leicht unscharf.

Ach ja, noch zwei gute Nachrichten: THE CURE haben einen neuen Plattenvertrag über drei Alben unterschrieben und alle (oder die meisten) alten Alben sollen 2004 digital remastered wieder veröffentlicht werden. Das lässt natürlich auch hoffen, dass das alte Videomaterial („Staring At The Sea“, „Cure In Orange“, „Play Out“, „Show“, „Galore“) auch noch mal auf DVD kommen werden. „Picture Show“ ist ja zumindest in Brasilien bereits erschienen. (A.P.)



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