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Die Große Orgie

(Italien, Jugoslawien 1976)

Originaltitel: Vizi Privati, Pubbliche Virtu
Alternativtitel:
Regie:
Miklos Jancso
Darsteller/Sprecher: Lajos Balazsovits, Pamela Villoresi, Franco Branciaroli, Teresa Ann Savoy, Laura Betti, Ivica Pajer, Zvonimir Crnko, Umberto Silva, Demeter Bitenc, Ilona Staller,
Genre: - Drama - Erotik


Kronprinz Rudolf, Sohn des Kaisers von Österreich-Ungarn lebt auf seinem Landsitz ein ungezügeltes Leben voller Sex und anderen Ausschweifungen mit seinen Freunden und dem jungen Adel des Landes. Es ist seine Idee von Freiheit. Um seinen Vater zum Rücktritt zu drängen, organisiert er eine große Orgie, auf der Fotos gemacht werden sollen, mit denen er dann seinen Vater erpressen und so zum Abtritt zwingen kann. Homosexualität, Sodomie und Inzest sind dabei keine Tabus. Doch der Plan geht nicht so auf, wie Rudolf es sich vorgestellt hatte…

Die italienisch-jugoslawische Co-Produktion „Die Große Orgie“ von 1975 wird als „subversives Meisterwerk, auf einer Stufe mit Borowczyk und Pasolini“ vom Label Donau Film beworben. Ob das nicht vielleicht etwas hoch gegriffen ist, mag jeder selbst beurteilen. Auf jeden Fall aber ist dem Regisseur Miklos Jancso ein ausgesprochen kontroverser Film gelungen, der in Deutschland durch eine übertrieben freizügige Synchronisation frivoler erscheint, als er eigentlich ist.

Die Geschichte basiert auf geschichtlichen Tatsachen um den Tod von Kronprinz Rudolf, nimmt sich aber heraus, die Ereignisse fiktional auszuschmücken und selbst zu interpretieren. Auf jeden Fall gehört die „Affäre Mayerling“ wohl zu den prägendsten Ereignissen der jüngeren österreichischen Geschichte.
Kann man die erste Hälfte des Films noch dem Genre Erotikfilm zuordnen, so wendet sich die Geschichte dann in ein Drama mit tragischem Ausgang.

Trotz der fast durchgehenden Nacktheit der Darstellerinnen und Darsteller, gibt es nur wenige explizite Sexszenen und Hardcoreszenen überhaupt nicht. Darum geht es auch nicht in erster Linie, auch, wenn die jungen Damen allesamt hübsch anzusehen sind. Aber so ungezwungen, wie die Figuren des Films mit der Erotik umgehen, so natürlich ist die Nacktheit im Film auch umgesetzt worden. Tatsächlich wurde beim Dreh nicht ständig versucht, bestimmte Körperteile zwanghaft zu verdecken. Im Gegenteil, die Szenen wirken so echt, dass anzunehmen ist, das der Regisseur hier viel Improvisation zugelassen hat. Das hebt „Die Große Orgie“ ein wenig von rein exploitativen Werken wie „Caligula“ ab.

Abgesehen vom geschichtlichen Hintergrund der Story, hat Regisseur Jancso unpassenderweise ein bisschen Kapitalismuskritik untergebracht, die aber aufgesetzt wirkt. Zwar galt Rudolf als liberal und als Freigeist, doch es ist wohl kaum anzunehmen, dass er ein Kommunist war. Jancso ging es aber wohl auch nicht um historische Korrektheit, zumal die Umstände des Todes von Rudolf bis heute von Mysterien umrankt sind.

Filmisch hat der Regisseur es geschafft, die Leichtigkeit des Lebens auf dem Landsitz in ebenso leichten und schönen Bildern einzufangen. Mit der bildschönen Teresa Ann Savoy, die leider nie richtig bekannt geworden ist (aber auch in „Salon Kitty“ und „Caligula“ Rollen hatte), hat der Film zudem einen ausgesprochen lohnenswerten Blickfang zu bieten. Eine kleine Rolle spielt auch Ilona Staller, bekannt als Pornostar und später italienische Politikerin.

Sicher gehört „Die Große Orgie“ nicht zu den großen Klassikern der Filmgeschichte und an die Mischung aus leichter Erotik und großem Drama muss man sich auch ein bisschen gewöhnen. Auf jeden Fall ist der Film aber ein interessantes Werk, das sich vielleicht etwas künstlerischer gibt, als es letztlich ist. Wenn man sich für den ungewöhnlichen Film der 70er Jahre interessiert, muss man hier auf jeden Fall ein Auge riskieren.

Das Label Donau Film hat sich erfreulicherweise des Films angenommen und erstmals in Deutschland die ungekürzte Fassung veröffentlicht, die etwa eine viertel Stunde länger ist, als die deutsche Kinofassung – die ebenfalls auf der DVD vorhanden ist. Die Bildqualität ist durchwachsen. Sicher nicht schlecht, aber doch ein wenig unscharf und weich (ohne, dass es so schlimm wie ein David Hamilton-Film wäre). Insgesamt kann man aber bei einem fast 40 Jahre alten Film kaum meckern. Als Sprachen kann man italienischen Originalton und Deutsch auswählen, wobei in der deutschen Fassung die Stellen, die in der Kinofassung fehlten, nicht nachsynchronisiert wurden. Deutsche Untertitel gibt es zusätzlich. Als Bonus findet man eine Galerie der alten Aushangfotos. Die DVD kommt in einer Amaray (-Klon)-Hülle, die zusätzlich in einem Pappschuber steckt, von dem man das FSK-Logo rückstandsfrei ablösen kann. Zusätzlich gibt es noch ein Wendecover mit einem anderen Plakatmotiv aus den 70er Jahren. Rundum gelungen, so dass man Donau Film sehr gute Arbeit bescheinigen kann. (A.P.)



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