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Friedhof Der Toten Seelen - La Rose De Fer

(Frankreich 1973)

Originaltitel: La Rose De Fer
Alternativtitel:
Regie:
Jean Rollin
Darsteller/Sprecher: Francoise Pascal, Pierre Dupont,
Genre: - Horror/Splatter/Mystery - Erotik




Ein frisch verliebtes, junges Paar macht einen Ausflug und dabei einen Spaziergang auf einem bereits leicht verwilderten Friedhof. Das Mädchen fürchtet sich ein wenig, während der Junge sich selbstsicher gibt. Als die Nacht hereinbricht, werden sie versehentlich auf dem Friedhof eingeschlossen und finden in der Dunkelheit nicht mehr hinaus. Von der düsteren Atmosphäre überwältigt, verliert sich das Mädchen immer mehr zwischen den Gräbern und Grüften. Der Junge hingegen gerät langsam in Panik...

„La Rose De Fer“, den selten beknackten deutschen Titel vergessen wir mal schnell wieder, ist laut eigener Aussage des Regisseur einer seiner Filme, die ihm wirklich Spaß gemacht haben und an den er sehr ambitioniert heran gegangen ist. Man merkt es, denn selten hat Rollin die in seinen Werken stets präsente Melancholie so perfekt eingefangen wir hier, was natürlich ganz besonders an dem als Schauplatz der Geschichte genialen Friedhof liegt, aber auch an den beiden sehr guten Hauptdarstellern, die den Film komplett alleine tragen, und der düsteren Musik.

Im Mittelpunkt steht einmal mehr eines von Rollins Lieblingsthemen, der Wandel des Mannes vom selbstbewussten, beherrschenden Überlegenen zum unterlegenen Opfer in einer Extremsituation. Immer mehr nimmt die Frau im Laufe des Films den starken Part ein. Dieses Motiv findet man beispielsweise auch in „Fascination“ wieder.

Die Atmosphäre haben der Regisseur und sein Kameramann ganz hervorragend eingefangen und schaffen so eine sehr traurige Stimmung. Natürlich gibt es die üblichen, sehr ästhetischen Erotikszenen, die hier für den Film aber stets notwendig sind. Dass dabei einige nekrophile Andeutungen gemacht werden, ist dabei gar nicht so überraschend. Das Aufbegehren der Jugend gegen die traditionellen Werte (dargestellt durch Grabschändungen und ähnliches) wird unterschwellig, wie in vielen Filmen der damaligen Zeit, thematisiert, erscheint aber nicht zu aufdringlich. Insgesamt wird mit vielen Symbolen (der Clown, der kurz auftauchende Vampir, Kreuze, Engelsfiguren...) gearbeitet und Licht und Schatten tragen sehr zur mehr als gelungenen Optik bei.

Obwohl sich „La Rose De Fer“ thematisch natürlich von den sonst bekannten frühen Vampirfilmen Rollins abhebt, ist sein ganz eigener Stil doch immer erkennbar und so wird der Film zu einem der Besten des Regisseurs.

Die deutsche DVD ist von X-NK und als Nummer 4 in der „Jean Rollin“-Reihe des Labels erschienen. Wie immer kommt die DVD in einer Hardbox, die aber leider ein offensichtlich selbst gemachtes Cover hat. Ob kein Originalmotiv aufzutreiben war?

Die Bildqualität ist für das Alter des Films überraschend gut und erfreulich. Auch am Ton gibt es wenig auszusetzen. Als Sprachen gibt es Deutsch und Französisch, wobei die deutsche Synchro extra für die Veröffentlichung angefertigt wurde und recht gelungen ist. Wirklich genießen kann man Rollin-Filme aber erst in der Originalfassung und dafür gibt es dann zusätzlich deutsche und englische Untertitel.

Als Bonusmaterial gibt es einen (selbst gebastelten) deutschen Trailer und einen „französischen“, der aber in Wahrheit wohl eher der englische ist, da alle Schrifteinblendungen in englischer Sprache erscheinen. Sehr schön ist die umfangreiche Bildergalerie mit Dreh- und Setfotos, die in großem Format erfreuen. Vielmehr ist als Bonusmaterial sicher nicht aufzutreiben (obwohl ein Audiokommentar hier extrem interessant sein dürfte). Somit ist „La Rose De Fer“ ein Pflichtkauf für Rollin-Fans und Leute, die melancholische Filme mögen. (A.P.)



Seiten-Aufrufe seit 26.07.2014: 128


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